Susanne Seiler, Geschäftsführerin der RUB Stiftung, und Prof. Dr. Martin Paul, Rektor der Ruhr-Universität Bochum und Vorstandsmitglied der RUB Stiftung
Schärferes Profil
RUB Stiftung richtet sich strategisch neu aus
Die Stiftung der Ruhr-Universität Bochum unterstützt herausragende Ideen und Talente, ihr volles Potenzial zu entfalten. Künftig arbeitet sie mit jährlichen Ausschreibungen zu einem Förderthema.
Innovative Forschungsprojekte unterstützen und exzellente Talente fördern – das ist die Mission der RUB Stiftung. Als verlässliche Partnerin der Ruhr-Universität Bochum ermöglicht sie Projekte, die über die staatliche Förderung der Universität hinausgehen. Ab 2027 folgt sie dabei einer neuen strategischen Ausrichtung. Anlässlich des Tags der Stiftungen am 1. Oktober 2026 haben wir mit Prof. Dr. Martin Paul, Rektor der Ruhr-Universität Bochum und Vorstandsmitglied der RUB Stiftung, sowie Susanne Seiler, Geschäftsführerin der RUB Stiftung, gesprochen.
Die RUB Stiftung unterstützt seit 2009 Talente und Projekte in Forschung, Lehre, Kunst und Kultur sowie Sport. Nun soll es eine strategische Neuausrichtung geben. Was war die Motivation dafür?
Martin Paul: Unser Ziel ist es, die RUB Stiftung als übergeordnetes Förderinstrument der Ruhr-Universität Bochum sichtbarer zu machen und ihr auch ein schärferes und aktiveres Profil zu geben, das dennoch alle Bereiche von Medizin bis Geisteswissenschaften abdeckt.
Wie kann das gelingen?
Paul: Seit 2026 hat die Ruhr-Universität Bochum einen neuen Hochschulentwicklungsplan. Das ist eine wunderbare und vor allem wichtige Grundlage, um die Strategie der Stiftung mit der der Gesamtuniversität zu verbinden und thematische Schwerpunkte zu setzen.
Hochschulentwicklungsplan und Stiftung
Letztendlich fließen die Fördermittel der RUB Stiftung verstärkt in die Bereiche, die die RUB-Gemeinschaft als besonders wichtig wahrnimmt.
Wie werden sich die Fördermöglichkeiten für Studierende und Mitarbeitende konkret verändern?
Susanne Seiler: Künftig werden wir jedes Jahr ein zentrales Förderthema für eine Ausschreibung definieren, die für alle Fakultäten und Institutionen der Ruhr-Universität offen sein wird. Diese zentralen Themen leiten sich aus dem Hochschulentwicklungsplan ab, der in einem partizipativen Prozess mit verschiedenen Mitgliedern der Universität entwickelt wurde. Letztendlich fließen die Fördermittel der RUB Stiftung verstärkt in die Bereiche, die die RUB-Gemeinschaft als besonders wichtig wahrnimmt. Die Ausschreibung für das Jahr 2027 werden wir in Kürze veröffentlichen.
Warum lohnt es sich, in die RUB Stiftung als Stifterin oder Spender zu investieren?
Paul: Weil das eine Investition in die Zukunft des Ruhrgebiets ist. Die Universität spielt eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben der Stadt. Zum einen bilden wir Studierende aus, die später aktive Rollen im öffentlichen Leben, im Berufsleben spielen. Zum anderen findet hier Forschung statt, die gesellschaftlich relevant ist. Letztendlich trägt die Universität auch durch ihre Transferaktivitäten dazu bei, neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Spenden und Stiften
Eine Neuausrichtung bedeutet auch, dass aktuell laufende Projekte künftig vielleicht nicht mehr förderfähig sind. Wie gehen Sie mit noch laufenden oder kürzlich bewilligten Projekten um?
Seiler: Alle bewilligten Projekte werden selbstverständlich wie vereinbart gefördert. Wir nehmen aktuell nur keine neuen Anträge mehr an.
Welchen Trost haben Sie für diejenigen, deren Projekte künftig nicht mehr förderfähig sind?
Seiler: Neben der RUB Stiftung existieren über 20 Fördervereine an den verschiedenen Fakultäten an der Ruhr-Universität Bochum, die bei diversen Anliegen unterstützen können, sowie die Gesellschaft der Freunde der Ruhr-Universität Bochum, die – mit ihren Mitgliedern – wichtige finanzielle Förderungen und auch Preise für herausragende wissenschaftliche Leistungen vergibt. Gerne unterstützen wir auch bei der Suche nach privaten Förder*innen.
Gibt es Pläne für eine stärkere Vernetzung der Stiftung mit anderen Förderinstitutionen?
Seiler: Ja, wir wollen uns stärker vernetzen. Am 8. Oktober 2026 treffen sich erstmals alle Fördervereine der Ruhr-Universität Bochum, um sich auszutauschen und Best-Practice-Beispiele miteinander zu teilen.
Unsere Vison ist, die Zukunft der Ruhr-Universität Bochum aktiv zu gestalten und in die Region hineinwirken zu können.
Welche langfristige Vision verfolgt die RUB Stiftung?
Paul: Unsere Vison ist, die Zukunft der Ruhr-Universität Bochum aktiv zu gestalten und in die Region hineinwirken zu können. Wir streben an, exzellent in Forschung, Lehre und Transfer zu sein, fühlen uns den demokratischen Werten und einem nachhaltigen sowie inklusiven Handeln verpflichtet. Die Fördergemeinschaft der RUB Stiftung soll eine verlässliche Partnerin sein, um die Aufgaben der Universität noch besser unterstützen zu können. Als Universität wollen wir uns noch stärker mit der Gesellschaft verbinden.