Laurenz Wiskott ist Professor an der Fakultät für Informatik der Ruhr-Universität Bochum und leitet die Arbeitsgruppe „Theorie neuronaler Systeme".
Hochschulpolitik
Enge Verzahnung von Wissenschaft und Gesellschaft
Die Beteiligung der Wissenschaft kann lobbyistisch oder populistisch geprägte Diskurse versachlichen. Darum misst ihr Laurenz Wiskott besondere Bedeutung bei.
Viele Menschen haben den aktuellen Hochschulentwicklungsplan (HEP) mitentwickelt, darunter Prof. Dr. Laurenz Wiskott. Was ist ihm besonders wichtig und wie bemerken wir das? Das erzählt er im HEPchen.
Herr Prof. Wiskott, was ist Ihr Lieblingssatz im HEP?
„Die Mitglieder der RUB teilen auch weiterhin ihre Forschungsergebnisse wenn möglich öffentlich – sowohl im Sinne eines gelebten Open-Science-Konzeptes als auch im Austausch mit nicht-wissenschaftlichen Zielgruppen über verschiedene Formate der Wissenschaftskommunikation. Sie bringen ihr Wissen aktiv in gesellschaftliche Angebote und Diskurse sowie politische Entscheidungsprozesse ein, um wissenschaftsbasiert das demokratische Zusammenwirken zu stärken und gesellschaftlichen Impact zu erzeugen.“
Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Resilienz kann durch innovative Impulse aus der Wissenschaft gesteigert werden.
Warum ist das so wichtig für die Zukunft der RUB?
Dies ist zunächst einmal wichtig für die Gesellschaft. Durch Lobbyismus oder Populismus geprägte gesellschaftliche Diskurse können durch wissenschaftliche Beteiligung versachlicht und einem gut begründeten Konsens zugeführt werden, anstatt zu polarisieren. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Resilienz kann durch innovative Impulse aus der Wissenschaft gesteigert werden. Dies wirkt dann aber auch positiv auf die RUB zurück, die durch ein solches Engagement an Legitimation und Unterstützung gewinnt.
Woran bemerken die Menschen auf dem Campus, dass die RUB diesem Ziel näherkommt?
Es gibt hierfür zahlreiche Beispiele. Eines, das mir besonders nahe liegt, ist das vom Rektorat verstetigte Kompetenzzentrum HumAIne. Dort arbeiten Forschende unterschiedlicher Disziplinen eng mit mittelständischen Unternehmen und gesellschaftlichen Einrichtungen zusammen, um Strategien zur erfolgreichen und menschengerechten Nutzung von KI zu entwickeln. Beide Seiten profitieren hier von der engen Verzahnung von Wissenschaft und Gesellschaft.