Preisverleihung bei der Viszeralmedizin 2026 (von links): Dr. Peter Neckel (2. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität), Dr. Hanna Öhlmann (Preisträgerin), Dr. Kerstin Maehder (Preisträgerin), Privatdozentin Dr. Jutta Keller (Steering Committee, Chair Research Section, European Society of Neurogastroenterology & Motility)
Preis für Neurogastroenterologie
Wie Furcht die Schmerzwahrnehmung beeinflusst
Hanna Öhlmann wird für ihre Arbeit zur Schmerzwahrnehmung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) ausgezeichnet.
Viele Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen leiden selbst dann unter Bauchschmerzen und anderen gastrointestinalen Symptomen, wenn gerade keine akute Entzündung vorliegt. Dr. Hanna Öhlmann, die im Zentrum für Medizinische Psychologie und Translationale Neurowissenschaften der Ruhr-Universität Bochum tätig ist, hat gemeinsam mit Prof. Dr. Sigrid Elsenbruch, Prof. Dr. Adriane Icenhour und weiteren Forschenden untersucht, welchen Einfluss schmerzbezogenes Furchtlernen auf die spätere Wahrnehmung von Schmerzen hat. Für die daraus hervorgegangene Publikation wird sie mit dem Preis für Neurogastroenterologie der DGVS ausgezeichnet.
Für die Studie verglichen die Forschenden Patientinnen und Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen in einer Phase ohne akute Entzündung mit gesunden Personen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Betroffenen nach dem Furchtlernen Schmerzen als intensiver und unangenehmer wahrnahmen als die gesunden Vergleichspersonen. Interessant ist dabei, dass nicht das Furchtlernen an sich verändert war, sondern vielmehr, wie die Furcht mit der Schmerzwahrnehmung zusammenhängt. Die Arbeit liefert damit neue Erkenntnisse darüber, wie emotionale Lernprozesse zur Aufrechterhaltung von Schmerzen beitragen können.
Grundlage für die Auszeichnung ist die in der Fachzeitschrift PAIN veröffentlichte Publikation „Fear-induced hyperalgesia in quiescent inflammatory bowel disease“ (ausführlicher Bericht über das Paper). Den mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Preis teilt sich Öhlmann 2026 mit Dr. Kerstin Maehder, die für eine eigene wissenschaftliche Arbeit ausgezeichnet wurde. Die Preisverleihung fand im Rahmen der „Viszeralmedizin 2026“ in Hamburg statt.
Preis für Neurogastroenterologie