Geistesblitz 

Ein schöner langer Abend

Beim Festival Geistesblitz haben Bochums Hochschulen alle eingeladen, Forschung mal aus der Nähe zu betrachten. Ungewöhnliche Einblicke inklusive.

An acht Orten mitten in der Stadt haben sie ihre Stände aufgebaut: Arbeitsgruppen aus allen Hochschulen der UniverCity, der Volkshochschule, der Stadtbücherei. Bei mildem Spätsommerwetter flanierten die Bochumerinnen und Bochumer am 25. September 2026 durch das Angebot und konnten so einige neue Eindrücke mitnehmen. Das alles steigert die Vorfreude auf das im Bau befindliche Haus des Wissens gegenüber dem Rathaus, das inzwischen schon wie ein echtes Haus aussieht. Hier werden sich die Akteure künftig der Stadtöffentlichkeit präsentieren. 

Wäre Wissenschaftlerin ein Job für mich?

Wäre Wissenschaftlerin ein passender Job für mich? Im UNIC Centre for City Futures im Blue Square kann ich das mal überlegen, indem ich an einem Glücksrad drehe und mit ein paar Vorurteilen aufräume, die man vielleicht gegenüber Forschenden haben kann. In einen Laborkittel schlüpfen kann ich auch gleich, und Selfies mit verrückten Utensilien als Mad Scientist machen – spaßig, was sich die RUB Research School da ausgedacht hat. 

Wäre Wissenschaftlerin ein guter Job für mich? Die RUB Research School bot Möglichkeiten, das mal auszuprobieren.

© Andreas Molatta

Weiter geht’s im Blue Square in der ersten Etage. Hier frage ich mich unter anderem, welche Sprachen ich in mir habe und wo ich sie verorte. Das male ich in einen menschlichen Umriss auf Papier. Deutsch ist wohl mein Fundament, das füllt mich bis zur Hälfte. Etwas Englisch und Französisch kann ich aus den Ärmeln schütteln, und vielleicht ist da im kleinen Finger noch ein winzig kleiner Russisch-Rest aus Schulzeiten? „Für mich ist Türkisch die Sprache meines Herzens“, sagt die Betreuerin des Stands von der Fakultät für Philologie. Teams der Fakultät haben sich auf den Straßen in Bochum umgeschaut und alle Sprachen festgehalten, die sie auf Schildern und an Läden gefunden haben. Das sind wirklich viele! 

Ich erklimme weitere Stockwerke und sehe unter anderem einer Frau zu, die mittels VR-Brille gerade mit Delfinen im Meer schwimmt. Der Sonderforschungsbereich „Virtuelle Lebenswelten“ bietet hier Einblicke in die Virtuelle Realität. 

RUB-Rektor Prof. Dr. Martin Paul und Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat schauten spontan beim Format „Let‘s talk" vorbei und unterhielten sich mit einer Medizinerin.

© Michael Grosler/Stadt Bochum

Noch weiter oben kann man sich einzeln mit Forschenden verschiedener Fachbereiche verabreden und ganz exklusive Einblicke gewinnen. RUB-Rektor Martin Paul und Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat haben sich das nicht zweimal sagen lassen und die Gelegenheit ergriffen. 

Ich schlendere weiter Richtung Rathaus. In schönster Abendsonne kann man dort chillig in Liegestühlen RUB-Podcasts hören, mit Lego seine Wunschwelt bauen oder beim Stand der Volkshochschule an eine Wand schreiben, was man sich für Bochum wünscht. Mit Glück gibt’s die Teilnahme an Veranstaltungen zu gewinnen. 

Hin und wieder lässt sich der kopflose Roboterhund der Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwesen blicken, der vom Stand der Sonderforschungsbereichs „Modular Reuse“ gelenkt wird. Eigentlich erkundet er gefährliche Baustellen, heute wird er neugierig beäugt. 

Meine Klimabeichte

Drinnen beichte ich im Klimabeichtstuhl des Centrums für Religionswissenschaftliche Studien, wo ich zu unnötigem CO2-Ausstoß beigetragen habe und erhalte Absolution für fünfmal Treppensteigen statt Aufzug fahren. Dafür hat sich das Warten in der Schlange vor dem Beichtstuhl gelohnt! 

Schließlich messe ich noch meine Mustererkennungsfähigkeiten mit denen von Tauben und verliere. Ich sammle meine Kinder beim „Seven Gardens“-Stand ein, wo sie mit Farbe aus Rotkohl Postkarten gestaltet haben, und dann gibt’s Abendesssen. Wir haben leider nicht alles gesehen, aber einen tollen Abend beim Geistesblitz gehabt!

Veröffentlicht

Mittwoch
30. September 2026
12:57 Uhr

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