Das neue Projekt will die Planung und Prüfung von Eisenbahnbrücken vereinfachen.

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Bauwesen

Digitale Regelwerke für die Planung und Prüfung von Eisenbahnbrücken

Ein Bochumer Team aus der Ingenieurwissenschaft erhält rund 186.000 Euro Fördermittel für das Projekt „SmartBridgeRules“.

Wie lassen sich komplexe technische Regelwerke so aufbereiten, dass sie in digitalen Planungs- und Prüfprozessen nicht nur gelesen, sondern strukturiert angewendet werden können? Hier setzt das Projekt „SmartBridgeRules“ des Lehrstuhls für Informatik im Bauwesen der Ruhr-Universität Bochum an. Ziel ist es, die bislang überwiegend textbasierten technischen Vorschriften im Eisenbahnbrückenbau digital nutzbar zu machen und damit die Planung, Prüfung und Genehmigung spürbar zu verbessern.

Das Bundesministerium für Verkehr fördert das Projekt im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit insgesamt 185.935 Euro.

Herausforderung: Analoge Regelwerke in digitalen Prozessen

In der Praxis müssen Planende und Prüfstellen heute umfangreiche Regelwerke manuell auswerten und interpretieren. Das führt zu hohem Zeitaufwand, wiederholtem Abstimmungsbedarf und vermeidbaren Fehlern. Gleichzeitig schreitet die Digitalisierung der Planung – etwa durch Building Information Modeling, kurz BIM – weiter voran, ohne dass Regelwerke bislang systematisch in diese Prozesse integriert sind.

Neuer Ansatz: Maschinenlesbare Regeln für BIM-Modelle

SmartBridgeRules verfolgt einen neuen Ansatz: Die Inhalte technischer Regelwerke werden systematisch strukturiert, maschinenlesbar aufbereitet und mit BIM-basierten Planungsmodellen verknüpft. Auf dieser Grundlage entstehen formalisierte Prüfregeln sowie standardisierte Informationsanforderungen für digitale Brückenmodelle.

Anhand realer Brückenmodelldaten wird gezeigt, wie Regelkonformität frühzeitig, nachvollziehbar und teilautomatisiert überprüft werden kann. Erwartet werden eine höhere Planungsqualität, transparentere Prüfprozesse sowie effizientere Genehmigungsabläufe – und damit ein wichtiger Schritt hin zu durchgängig digitalen Planungs- und Prüfverfahren im Eisenbahnbrückenbau.

Die Ergebnisse werden als Open Data veröffentlicht und über die Mobilithek zugänglich gemacht. Damit sollen sie auch über das Projekt hinaus nutzbar sein und Impulse für weitere digitale Anwendungen im Infrastrukturbereich geben.

Starke Partner aus Forschung und Praxis

Projektpartner sind die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dresden und die BUNG Ingenieure AG. Als assoziierte Partner sind die DB InfraGO AG, die DB Systel GmbH und der Verband Beratender Ingenieure beteiligt.

Über den mFUND

Im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND fördert das Bundesministerium für Verkehr datenbasierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte für die digitale und vernetzte Mobilität der Zukunft. Die Projektförderung wird ergänzt durch eine aktive fachliche Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Forschung und durch die Bereitstellung von offenen Daten auf der Mobilithek.

Weitere Informationen unter:

Veröffentlicht

Dienstag
24. Februar 2026
10:04 Uhr

Von

Lehrstuhl IIBM

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