Ein neues Konzept im Ruhr Innovation Lab ebnet den Weg zur wissenschaftlichen Karriere.
Transparenz und Perspektiven
Karrierewege nach der Promotion
Im Ruhr Innovation Lab wurde ein neues Konzept entwickelt, das Orientierung schafft und individuelle Perspektiven aufzeigt.
Wie kann eine wissenschaftliche Karriere nach der Promotion aussehen? Die TU Dortmund und die Ruhr-Universität Bochum wollen Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen bei dieser Frage künftig noch gezielter unterstützen. Im Rahmen des Ruhr Innovation Lab haben sie deshalb das Konzept „Karrierewege nach der Promotion“ entwickelt. Die Rektorate beider Universitäten haben es im Sommer beschlossen, nun wird es schrittweise umgesetzt.
Das Konzept baut auf bestehenden Angeboten zur Karriereförderung auf und schafft einen gemeinsamen Rahmen für unterschiedliche Karriereziele. Dabei geht es sowohl um akademische Laufbahnen als auch um Perspektiven außerhalb der Universitäten. Verbindliche Standards sollen für mehr Transparenz, Planbarkeit und eine bessere Begleitung und Förderung sorgen. Um bestmögliche Forschung und wissenschaftliche Innovationen zu ermöglichen, sieht das Konzept außerdem Elemente wie Auslandsaufenthalte und den Einstieg von außerhalb, gerade auch aus dem Ausland, in allen Karrierestufen vor.
Sechs Wege, unterschiedliche Perspektiven
Das Konzept unterscheidet sechs Karrierewege. Drei davon sind strukturell unabhängig und ermöglichen eine frühe wissenschaftliche Eigenständigkeit: die Juniorprofessur mit oder ohne Tenure Track sowie die Tätigkeit als ECR Research Group Leader/Individual Research Scholar mit eigener Forschungsgruppe. Die Wissenschaftler*innen verfügen dabei über ein eigenes Budget und Personalverantwortung, haben das Promotionsrecht bei Promovend*innen in selbst eingeworbenen Drittmittelprojekten und entwickeln ein eigenständiges Forschungs- und Lehrprofil. Bei einer Juniorprofessur mit Tenure Track ist eine ordentliche Professur an der TU Dortmund oder der Ruhr-Universität Bochum das Karriereziel. Bei den beiden anderen Wegen kommen auch Professuren an anderen Universitäten oder wissenschaftliche Stellen außerhalb der Universität infrage.
Drei weitere Wege sind strukturell stärker in bestehende Organisationsstrukturen wie Professuren eingebunden. Sie bieten wissenschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten ohne eigenes Budget und eigene Personalverantwortung. Researcher leisten eigenständige wissenschaftliche Beiträge und können ebenfalls Promotionen im Rahmen selbst eingeworbener Drittmittelprojekte betreuen. Lecturer konzentrieren sich auf Lehre, Studiengangsentwicklung und Lehrinnovation. Science Manager übernehmen wissenschaftsunterstützende und steuernde Aufgaben in Verwaltung, Forschungsförderung und Hochschulentwicklung. Für Science Manager ist zu Beginn ihrer Tätigkeit ein bis zu sechsmonatiges Traineeprogramm vorgesehen.
Die sechs Wege sind nicht als starre Laufbahnen gedacht. Ein Wechsel zwischen den Entwicklungspfaden, ein späterer Einstieg oder unterschiedliche zeitliche Verläufe der einzelnen Karrierestufen sind grundsätzlich möglich. Für die drei strukturell unabhängigen Wege soll es künftig an beiden Unis eine Mindestzahl an Wissenschaftler*innen, die sich daran beteiligen, geben.
Unterstützung auf dem Karriereweg
Unabhängig vom gewählten Karriereweg erhalten Early Career Researcher Unterstützung durch Mentoring, Coaching und Beratung. Regelmäßige Entwicklungsgespräche mit Qualifikationsvereinbarungen gehören ebenso zur individuellen Karriereplanung wie strukturierte Zwischen- und Endevaluationen anhand transparenter Kriterien. Je nach Karriereweg fließen dabei unter anderem Forschungsleistungen, die Einwerbung von Drittmitteln, Publikationstätigkeit sowie Leistungen in Lehre und Transfer in die Evaluation ein.