Benjamin Joachimi ist Professor für Astrophysik am University College London.
Forschungspreis
Wegbereiter der modernen Kosmologie
Benjamin Joachimi kommt im Sommer erstmals an die Fakultät für Physik und Astronomie.
Prof. Dr. Benjamin Joachimi ist mit dem Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis ausgezeichnet worden. Die Alexander von Humboldt Stiftung verleiht den Preis jährlich an etwa 20 international anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland für ihre besonderen Forschungsleistungen. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert. Nominiert wurde der Kosmologe von Prof. Dr. Hendrik Hildebrandt und Prof. Dr. Catherine Heymans, beide RUB-Fakultät für Physik und Astronomie.
Für Joachimi, der Professor für Astrophysik am University College London ist, und die Fakultät heißt das, dass sie ihre enge Zusammenarbeit in Zukunft intensivieren können – unter anderem durch Forschungsaufenthalte Joachimis in Bochum, von denen der erste für Sommer 2026 geplant ist.
Einsteins Theorie geprüft
Joachimi ist ein Pionier der modernen Kosmologie, der mit seiner Forschung die Grenzen unseres Wissens über das Universum erweitert. Er arbeitet an der Schnittstelle von Beobachtung und Theorie und untersucht, wie sich Strukturen im Kosmos über lange Zeiten hinweg entwickeln. Mit seiner Arbeit prüft er Einsteins Theorie der Gravitation auf den größtmöglichen Skalen, entschlüsselt die Geheimnisse der Dunklen Materie und sucht nach Erklärungen für die rätselhafte Beschleunigung der Expansion unseres Universums.
Seine Fähigkeit, riesige Galaxienkataloge zu analysieren und zu sogenannten Multi-Probe-Messungen zu kombinieren, ermöglicht es ihm, aus einer Vielzahl an Daten eine ungeahnte Menge an wertvollen Informationen über unser Universum zu generieren. Dabei setzt er auf fortschrittliche statistische Methoden und maschinelles Lernen, deren Anwendungen er federführend in der Kosmologie mitgestaltet und über traditionelle Disziplingrenzen hinweg übertragen hat.
Komplementäres Fachwissen
Mit ihrer Zusammenarbeit sind Joachimi und das German Centre for Cosmological Lensing (GCCL) in Bochum bereits jetzt weltweit führend in der Erforschung von großräumigen Strukturen im Universum und schwachen Gravitationslinsen, also Objekten, die allein aufgrund ihrer hohen Masse das Licht ferner Sterne und Galaxien ablenken. Die Kollaboration beruht auf komplementärem Fachwissen, wobei Joachimi und seine Gruppe mit ihrer theoretischen und statistischen Expertise die Beobachtungserfahrung der Bochumer Gruppe ideal ergänzen.
Mit dem Bessel-Preis wird diese erfolgreiche Partnerschaft auf ein neues Level gehoben, um die Erkenntnisse aus dem Kilo-Degree Survey auf zukünftige Megaprojekte wie die Euclid-Weltraummission und das Rubin Observatory Legacy Survey of Space and Time (LSST) zu übertragen. Diese Zusammenarbeit stärkt unsere Position, um die Kosmologie an der Schwelle zu einer neuen Ära der Entdeckungen zu begleiten und unser Wissen über das Universum entscheidend zu erweitern.