Die Grundlagen kognitiver Prozesse werden an Tauben erforscht. 

© RUB, Marquard

Tierversuche

Faktencheck wissenschaftliche Versuche mit Tauben

Kritiker erheben wiederholt in einer Kampagne Anschuldigungen gegen die Forschung an Tauben an der Ruhr-Universität Bochum. Hier sind die Fakten. 

Der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ erhebt seit 2025 regelmäßig Anschuldigungen gegen die Ruhr-Universität Bochum und hat eine Petition gegen die Forschung mit Tauben gestartet. Der Verein behauptet tatsachenwidrig, für die Forschungsarbeit des Lehrstuhls Biopsychologie gäbe es Alternativmethoden, die ohne die Grundlagenforschung mit Tieren auskämen. Die Abteilung erforscht im Artenvergleich die Grundlagen der Kognition. Hirnforschung ist sehr komplex und kann leider noch nicht durch Computermethoden oder künstliche Organe ersetzt werden.

Die unberechtigten Vorwürfe in den Informationsmaterialien des Vereins verbreiten strategisch Halb- und Unwahrheiten auf dem Campus und in der Öffentlichkeit. Bildmaterialien sind erkennbar KI-generiert oder stammen aus anderen Studien. In den Kommentarspalten unter den Social-Media-Beiträgen zur Kampagne geschehen Straftaten, die der Verein nicht unterbindet, moderiert oder löscht (zum Beispiel Beleidigung, Bedrohung, Aufruf zur Gewalt, Veröffentlichung persönlicher Daten der Mitarbeitenden, Relativierung von Verbrechen des Nationalsozialismus). 

Verzerrtes Bild

In der Öffentlichkeit entsteht durch die Desinformation ein falsches Bild unserer Forschung und von aktueller Forschungsarbeit überhaupt. Die Kampagne skandalisiert eine völlig gängige Forschungspraxis, die stets im Rahmen der Tierethik und des Rechts geschieht und von zuständigen Ämtern überwacht und genehmigt wird. Die Ruhr-Universität kommuniziert öffentlich über die Tierversuche, die hier durchgeführt werden. In der Biopsychologie gibt es seit Jahren Laborführungen. Dank Methodenverfeinerungen, die an der Ruhr-Universität etabliert wurden, sinken die Zahlen der verwendeten Tiere seit Jahren. „Die wichtigen Forschungsfragen, für die schlicht keine Alternativen möglich sind, werden weiterhin mit Tieren erforscht, aber selbstverständlich im Rahmen von Tierethik, geltendem Recht und nach behördlichen Genehmigungsverfahren“, sagt Prof. Dr. Onur Güntürkün, Leiter der Biopsychologie.

Fact Sheet beantwortet alle Fragen

Wir möchten als Forschungs- und Bildungseinrichtung sicherstellen, dass unsere Forschungsarbeit korrekt und transparent abgebildet werden kann. Daher hat die Ruhr-Universität Bochum nun alle Fakten über die Forschung mit Tauben in einem Dokument zusammengeführt:

Die Forschenden an der Ruhr-Universität Bochum sind offen für das Gespräch mit Medienvertreter*innen und der Öffentlichkeit, um über ihre Arbeit zu berichten und Einblicke in ihre Forschungsarbeit zu geben. Wir respektieren die ethischen Überzeugungen des Vereins, halten die dargestellte Faktenlage allerdings für fachlich unhaltbar. Die Kampagnenführung ist zudem irreführend. Wir bitten Sie daher um eine ausgewogene Berichterstattung und stehen für Gespräche zu Ihrer Verfügung.

Pressekontakt

Hochschulkommunikation
Ruhr-Universität Bochum
Tel. +49 234 32 22830
E-Mail: hochschulkommunikation@ruhr-uni-bochum.de

Haben Sie Fragen direkt an den Lehrstuhl für Biopsychologie?
Hier ist der Kontakt in die Wissenschaft: presse-biopsychologie@ruhr-uni-bochum.de 

Veröffentlicht

Donnerstag
02. April 2026
08:26 Uhr

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