Petra Platen leitet das neue Projekt.
Sportmedizin
Neues Forschungsprojekt zu Athletinnen im Spitzensport
„Athletin-D“ erforscht das Zusammenspiel von Menstruationszyklus, Leistung und Gesundheit.
Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) fördert seit dem 1. Mai 2026 ein neues Verbundprojekt zu geschlechtsspezifischen Besonderheiten im Leistungssport. Im Projekt „Athletin-D“ untersuchen Forschende, wie Leistung und Gesundheit von Athletinnen im olympischen und paralympischen Spitzensport verbessert werden können. Das Konsortium erhält eine Förderung von knapp 1,6 Millionen Euro für vier Jahre. Im interdisziplinären Kernteam arbeiten Prof. Dr. Petra Platen, Sport- und Ernährungsmedizinerin von der Ruhr-Universität, Prof. Dr. Karsten Köhler, Ernährungswissenschaftler von der TU München, Prof. Dr. Kirsten Legerlotz, Trainingswissenschaftlerin von der Universität Wuppertal, sowie Prof. Dr. Jana Strahler, (Sport-)Psychologin von der Universität Freiburg.
Petra Platen leitet das Verbundprojekt, das bei der BISp-Ausschreibung „Athletinnen im Spannungsfeld von Leistungsoptimierung und Gesunderhaltung“ eingeworben wurde. Sie setzt sich in ihrem Forschungsteil gemeinsam mit Kirsten Legerlotz mit Fragen der Leistungsfähigkeit und Trainierbarkeit in Abhängigkeit von der Phase des Menstruationszyklus und der Einnahme hormoneller Kontrazeptiva auseinander. Ferner untersucht sie die Zusammenhänge zwischen Schlaf-/Wachrhythmus und Menstruationszyklus sowie den Effekten von Wettkämpfen und Trainingslagern mit Zeitzonenverschiebungen auf beide chronobiologischen Systeme. „In Bochum werden wir neuartiges ambulantes Assessment zum Schlafmonitoring und den im Kontext des Leistungssports akzeptierten Goldstandard zur Zyklusdiagnostik einsetzen, um Interaktionen der beiden chronobiologischen Prozesse zu analysieren“, so Platen.
Zusammenspiel des Menstruationszyklus mit Leistung und Gesundheit
„Athletin-D“ untersucht systematisch geschlechtsspezifische Besonderheiten insbesondere im Kontext des Menstruationszyklus. Ziel ist, dessen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und Trainierbarkeit und umgekehrt den Einfluss von Hochleistungstraining und damit verbundenen physischen, psychischen und Ernährungsfaktoren auf die Zyklusgesundheit besser zu verstehen und praktisch nutzbar zu machen. Das Projekt verfolgt einen transdisziplinären Ansatz, indem es bestehendes Wissen, Erfahrungswerte aus der Praxis und neue Forschungserkenntnisse zusammenführt. Zentral ist dabei die enge Verzahnung mit der Leistungssportpraxis: Lösungen werden im engen Austausch mit Athletinnen, Trainerinnen und Trainern sowie Expertenteams entwickelt. Dafür kooperiert das Konsortium mit nationalen Spitzensportfachverbänden, Olympiastützpunkten und internationalen Partnern. Aus dieser Zusammenarbeit werden die Forschenden auch Wissens- und Anwendungslücken ableiten und wissenschaftlich bearbeiten.
Zyklusbasiertes Monitoring und Trainingsanpassung
Die Forschenden entwickeln auf Grundlage ihrer Erkenntnisse ein frei verfügbares, digitales Monitoring-System, das Daten zum Menstruationszyklus systematisch und individualisiert in Trainingssteuerung und Gesundheitsmanagement aufnimmt. Es soll als Schnittstelle zwischen Athletinnen, Trainerinnen und Trainern sowie interdisziplinärer Betreuung dienen und bestehende Monitorings im Leistungssport gezielt erweitern.