Mit seinem Werk über das Bewusstsein erlangte David Chalmers in den 1990er-Jahren große Popularität. 

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Tagung

Internationale Koryphäen diskutieren das Problem des Bewusstseins

Vor 30 Jahre veröffentlichte David Chalmers sein bahnbrechendes Buch „The Conscious Mind“, in dem er eine Wissenschaft des Bewusstseins theoretisch fundieren wollte. Im Juni kommt er nach Bochum. 

Drei Jahrzehnte, nachdem David Chalmers mit seinem Werk „The Conscious Mind: In Search of a Fundamental Theory“ die Grenzen der Philosophie des Geistes neu gezogen hat, versammeln sich am 18. und 19. Juni 2026 einige der weltweit einflussreichsten Philosoph*innen und Neurowissenschaftler*innen in Bochum, um zu erörtern, was das Fachgebiet gelernt hat, was nach wie vor hartnäckig unerreichbar bleibt und wohin sich die Wissenschaft des Bewusstseins als Nächstes entwickelt. David Chalmers wird selbst anwesend sein. Die Konferenz „The Conscious Mind at 30“ findet auf Einladung von Prof. Dr. Tobias Schlicht und Prof. Dr. Lucia Melloni im Kunstmuseum Bochum statt.

 

Alte und neue Fragen

Als Chalmers’ Buch 1996 erschien, bestand die Hoffnung, dass die Neurowissenschaften das Bewusstsein erklären würden. 30 Jahre später hat die Wissenschaft erheblich aufgeholt: Bildgebende Verfahren erlauben es, dem Gehirn bei der Arbeit zuzuschauen. Groß angelegte Forschungskooperationen zum Vergleich konkurrierender Theorien des Bewusstseins und die rasante Entwicklung der KI verändern die empirische Landschaft grundlegend und werfen neue Fragen zu künstlichem Bewusstsein auf. Insofern ist es passend, dass die Konferenz mit dem 70. Jahrestag der berühmten Dartmouth-Konferenz am 18. Juni 1956 zusammenfällt, auf der der Begriff „Künstliche Intelligenz“ geprägt wurde. Doch das von Chalmers aufgeworfene „schwierige Problem“ – warum physikalische Prozesse überhaupt subjektive Erfahrungen hervorbringen – bleibt bisher ungelöst.

David Chalmers besucht Bochum 30 Jahre nach der Veröffentlichung seines berühmt gewordenen Buchs. 

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Bewusstseinsforschung am Wendepunkt

„Die Bewusstseinsforschung befindet sich an einem Wendepunkt. Wir sind nun in der Lage, Experimente durchzuführen, bei denen verschiedene Theorien gegeneinander abgewogen werden, ernsthafte Fragen zum Bewusstsein bei Säuglingen, Tieren und KI-Systemen zu stellen und uns mit der von Chalmers 1996 dargelegten philosophischen Grundlage mit neuer Präzision auseinanderzusetzen. Bei dieser Konferenz geht es darum, ehrlich Bilanz zu ziehen und die Agenda für das kommende Jahrzehnt festzulegen“, so Lucia Melloni und Tobias Schlicht, die Organisatoren der Konferenz.

Die Konferenz „The Conscious Mind at 30“ bringt Chalmers mit namhaften Persönlichkeiten zusammen, die das Fachgebiet aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln geprägt haben, darunter Anil Seth, Liad Mudrik, Keith Frankish, Axel Cleeremans, Christian List, Martine Nida-Rümelin, Hedda Hassel Mørch, François Kammerer, Johannes Kleiner, Tobias Schlicht und Lucia Melloni. Zudem werden eine Reihe junger Forschender in Form von Postern ihre eigenen philosophischen und empirischen Ergebnisse präsentieren. Das Programm endet mit einer Podiumsdiskussion, in der Chalmers im Dialog mit Kritiker*innen und Mitwirkenden auf diese Fragen eingeht. 

Pressekontakt

Prof. Dr. Tobias Schlicht
Institut für Philosophie II
Ruhr-Universität Bochum
E-Mail: tobias.schlicht@ruhr-uni-bochum.de  

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Veröffentlicht

Dienstag
26. Mai 2026
07:42 Uhr

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