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Abschlussarbeiten zu Unternehmenswerten ausgezeichnet
Wie lässt sich der Wert eines Unternehmens bei einem Verkauf erhalten? Und wie wichtig sind immaterielle Werte wie Forschung und Entwicklung oder Marken? Diese Fragen bearbeiteten die ausgezeichneten Forscher.
Zwei herausragende Abschlussarbeiten der Ruhr-Universität Bochum wurden am 12. Juni 2026 ausgezeichnet: Dr. Arne Voßmann untersuchte in seiner Dissertation das Spannungsfeld zwischen Wertsteigerung und opportunistischem Verhalten, das durch sogenannte Earn-out-Klauseln bei Unternehmensverkäufen entsteht. Er wurde mit dem Ernst-Zander-Preis geehrt. Martin Schierhoff wurde für seine Masterarbeit zum Thema Immaterielle Vermögenswerte mit dem FAACT-Pellens-Preis ausgezeichnet. FAACT steht für Finance / Accounting / Auditing / Controlling / Taxation.
Vor- und Nachteile von Earn-out-Klauseln
Earn-out-Klauseln sind Vereinbarungen, die bei Unternehmensfusionen und -übernahmen einen Teil des Kaufpreises an die zukünftige Leistung des gekauften Unternehmens knüpfen. Sie dienen dazu, unterschiedliche Erwartungen der Verhandlungsparteien über die zukünftige Performance auszugleichen. Zudem motivieren sie verkaufende Geschäftsführer, auch nach dem Verkauf im Unternehmen zu bleiben und ihr Wissen einzubringen, um die Performance zu steigern.
In seiner Arbeit untersucht Arne Voßmann die Wirkungsweise anhand von sieben Beiträgen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz von Earn-outs ein Spannungsfeld zwischen Wertsteigerung und opportunistischem Verhalten erzeugt. Verkaufende Geschäftsführer sind durch die starken finanziellen Anreize versucht, durch opportunistisches Verhalten die vereinbarten Ziele um jeden Preis zu erreichen und sich somit mehr zu ihrem eigenen Vorteil als zu dem des Käuferunternehmens einzusetzen. Zudem hängen zahlreiche Faktoren, wie die Ausgestaltung der Earn-out-Komponenten, die Übernahmeprämie, der Einsatz von Earnings Management und die Performance des Zielunternehmens von der Kontrolle des Zielunternehmens nach dem Kauf ab. „Earn-out-Klauseln sind ein mächtiges Instrument bei Unternehmensverkäufen, aber sie bergen auch Risiken“, so Arne Voßmann. Seine Forschung zeigt, wie man diese Klauseln optimal gestalten kann, um die Vorteile zu maximieren und die Risiken zu minimieren.
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Immaterielle Werte und ihre Bedeutung
Immaterielle Vermögenswerte wie Forschung und Entwicklung, Marken, Software oder organisatorisches Know-how haben in den vergangenen Jahrzehnten erheblich an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig bildet die Finanzberichterstattung diese Werte nur teilweise ab. Insbesondere unter den Rechnungslegungsgrundsätzen der USA (US-GAAP) werden viele von Unternehmen intern geschaffene immaterielle Vermögenswerte nicht kapitalisiert und tauchen somit nicht als Vermögenswerte in der Bilanz auf, sondern werden sofort als Aufwand verbucht. Dadurch entsteht eine zunehmende Diskrepanz zwischen den bilanzierten Buchwerten von Unternehmen und ihren Marktwerten.
Vor diesem Hintergrund untersucht Martin Schierhoff den Einfluss sowohl kapitalisierter als auch erfolgswirksam erfasster immaterieller Investitionen auf Bewertungskennzahlen und Aktienrenditen von US-Unternehmen. Ziel der Arbeit ist es zu analysieren, in welchem Umfang Kapitalmärkte Informationen über immaterielle Investitionen in ihre Bewertungen einbeziehen und welche Rolle unterschiedliche Formen immaterieller Vermögenswerte dabei spielen.
Die empirische Analyse basiert auf einem Datensatz von über 10.000 börsennotierten US-Unternehmen mit insgesamt über 535.000 Beobachtungen von 1989 bis 2025.
„Die Ergebnisse zeigen, dass immaterielle Investitionen eine wichtige Rolle für die Bewertung von Unternehmen spielen“, sagt Martin Schiermann. Dabei weisen insbesondere Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen einen deutlichen positiven Zusammenhang mit Bewertungskennzahlen auf und werden von den Kapitalmärkten als Indikator zukünftiger Wachstumschancen interpretiert, während andere Formen immaterieller Investitionen ebenfalls zur Erklärung von Bewertungsunterschieden zwischen Unternehmen beitragen.
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