RUB-Rektor Martin Paul, Massivbau-Professor Dr. Peter Mark und Felix von Limburg, Geschäftsführer der Firma BT Innovation, (von links) schneiden das symbolische rote Band durch. 

© RUB, Marquard

Großgerät eingeweiht

Roboter fertigen präzise, belastbare Betonteile in drei Stunden

Eine Autobahnbrücke in einer Woche fertigstellen? Ein Haus in zwei Tagen? Das wäre denkbar, wenn die Bauteile so gefertigt würden wie zum Beispiel Autos.

Eine Schalung zusammenstecken, Bewehrungsstahl hineinplatzieren und verbinden, flüssigen Beton einfüllen und ab in den Ofen damit. In nur drei Stunden erzeugt die weltweit einmalige Anlage CREATE – kurz für Concrete Robotics Engineering in Automation Technology – ein fertiges Betonbauteil. Es ist nicht nur durchgehärtet und voll belastbar, sondern auch präzise gefertigt und qualitätsgeprüft. Dieser digital gesteuerte Workflow könnte den Bau revolutionieren. Eingeweiht wurde das neue Großgerät, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurde, am 15. Juli 2026 an der Ruhr-Universität Bochum. Es steht auch für Kooperationsprojekte mit der Industrie zur Verfügung. 

13 Werkzeuge für jeden Roboter

Jeder der drei Roboter von CREATE verfügt über 13 Werkzeuge, mit denen sie zum Beispiel greifen, schweißen oder schrauben können. Das passende Werkzeug wählen sie selbst aus. Auf selbstfahrenden Flurfahrzeugen platzieren sie die Schalung, deren Form frei einstellbar ist, und versehen sie mit Stahlstäben als Bewehrung. Mittels Schweißen oder mit Drähten werden die Stäbe verbunden, dann die Form mit Beton gefüllt. Die Flurfahrzeuge bringen das Bauteil dann in den Ofen, wo es ausgehärtet wird. „Im Grunde wie in einem Waffeleisen“, erklärt Prof. Dr. Peter Mark vom Lehrstuhl Massivbau. Sämtliche Arbeitsschritte sind digital hinterlegt; per Augmented-Reality-Brille kann man den gesamten Prozess verfolgen. 

Das Ganze beschleunigt die Erstellung von Bauwerken aus mehreren Gründen erheblich: „Auf einer herkömmlichen Baustelle wird jede Schalung von mehreren Arbeitern aus Holz gezimmert. Sie müssen die Bewehrung mit Drähten verbinden. Das alles ist mit viel Handarbeit verbunden, auch in Fertigbetonteilwerken“, berichtet Dr. David Sanio vom Lehrstuhl Massivbau. Nach dem Einfüllen des flüssigen Betons dauert es drei bis fünf Tage, bis man ausschalen kann. Dann muss der Beton weiter aushärten, bis er nach 28 Tagen voll belastbar ist. „Personalmangel verlängert diese Prozesse weiter“, erklärt Sanio. 

Schneller und präziser

Digital gesteuerte Roboter hingegen können Tag und Nacht arbeiten und erzeugen zudem präzisere, standardisierte Bauteile, die nur im Submillimeterbereich voneinander abweichen. Die Erhärtung innerhalb von zwei Stunden im Ofen bei 80 Grad Celsius verkürzt den Bauprozess massiv. 

Die neue Anlage soll helfen, die Prozesse im Labormaßstab zu optimieren. Sie steht auch für Kooperationsprojekte mit Industriepartnern zur Verfügung. Die Forschenden planen, sie auch für Aufgaben im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1683 Modular Reuse zu verwenden, wenn es zum Beispiel darum geht, wiederzuverwendende Betonbauteile zu bearbeiten. 

„Dass hier Bauwesen, Informatik, Robotik und Automatisierungstechnik zusammengehen, ist typisch für die RUB“, sagt Rektor Prof. Dr. Martin Paul. „Wir denken über Fächergrenzen hinweg und bringen wissenschaftliche Exzellenz zur industriellen Anwendung.“ 

Pressekontakt

Prof. Dr. Peter Mark
Lehrstuhl Massivbau
Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: +49 234 32 22700
E-Mail: peter.mark@ruhr-uni-bochum.de

Download hochauflösender Bilder
Der Download der gewählten Bilder erfolgt als ZIP-Datei. Bildzeilen und Bildnachweise finden Sie nach dem Entpacken in der enthaltenen HTML-Datei.
Nutzungsbedingungen
Die Verwendung der Bilder ist unter Angabe des entsprechenden Copyrights für die Presse honorarfrei. Die Bilder dürfen ausschließlich für eine Berichterstattung mit Bezug zur Ruhr-Universität Bochum verwendet werden, die sich ausschließlich auf die Inhalte des Artikels bezieht, der den Link zum Bilderdownload enthält. Mit dem Download erhalten Sie ein einfaches Nutzungsrecht zur einmaligen Berichterstattung. Eine weitergehende Bearbeitung, die über das Anpassen an das jeweilige Layout hinausgeht, oder eine Speicherung der Bilder für weitere Zwecke, erfordert eine Erweiterung des Nutzungsrechts. Sollten Sie die Fotos daher auf andere Weise verwenden wollen, kontaktieren Sie bitte redaktion@ruhr-uni-bochum.de

Veröffentlicht

Freitag
17. Juli 2026
09:49 Uhr

Teilen