Das Projekt untersucht antisemitische Straftaten und Übergriffe.
Verbundprojekt
Forschende untersuchen antisemitische Kriminalität
Die Forschungsteams aus Bochum und Berlin wollen eine empirische Grundlage für die Prävention von Straftaten schaffen.
Die Ruhr-Universität Bochum und die Technische Universität Berlin setzen gemeinsam ein Verbundforschungsvorhaben zur „Präventionsorientierten Analyse Antisemitischer Kriminalität (PAAK)“ um. Geleitet wird das mit knapp 1,2 Millionen Euro geförderte Projekt von Prof. Dr. Cornelia Weins, Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, und Dr. Robert Pelzer, Zentrum Technik und Gesellschaft, TU Berlin. PAAK ist Teil des Forschungsnetzwerks Antisemitismus im 21. Jahrhundert. Das Projekt wird finanziert im Rahmen der Förderlinie „Ursachen und Dynamiken des aktuellen Antisemitismus“ (2026-2030) durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Antisemitische Straftaten in Deutschland nehmen stark zu
Antisemitische Straftaten und Übergriffe haben in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt und insbesondere nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 deutlich zugenommen. Das Verbundvorhaben analysiert vor diesem Hintergrund antisemitische Straftaten zwischen 2022 und 2025. Ziel ist es, eine empirische Grundlage für die Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Prävention von Straftaten zu schaffen. Das Verbundvorhaben wird von Praxispartnern aus zivilgesellschaftlichen Organisationen und aus den Landeskriminalämtern Baden-Württemberg, Berlin und Nordrhein-Westfalen begleitet.
Analyse mit Fokus auf Straftaten sowie Täterinnen und Tätern
„Der Fokus des Teilvorhabens der Ruhr-Universität Bochum liegt dabei auf unterschiedlichen Erscheinungsformen und Konstellationen von antisemitischen Straftaten und damit zusammenhängenden Charakteristika von Täter*innen im Zeitverlauf", so Cornelia Weins. „Dazu wollen wir in unserem Teilvorhaben neben prozessproduzierten Daten von Polizei und Justiz zivilgesellschaftliche Sammlungen von Vorfällen und Viktimisierungsbefragungen heranziehen", ergänzt Valentin Fuchs, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität. „Die Perspektive der Betroffenen werden wir dabei über die Viktimisierungsbefragungen und die Einbindung von Praxispartner*innen aus der der Zivilgesellschaft aufgreifen“, betont Sandra Hiersemann, die ebenfalls als wissenschaftliche Mitarbeiterin am RUB-Projekt beteiligt ist.
Die beiden Teilvorhaben des Verbundprojektes sind eng miteinander verzahnt: Das Berliner Teilvorhaben adressiert insbesondere biografische Verläufe und Risikofaktoren für antisemitische Kriminalität. Dazu erheben die Forschenden der TU Berlin Informationen zu Lebensumständen und biografischen Hintergründen aus Fallakten zu Straftäterinnen und Straftätern aus tertiärpräventiven Kontexten und führen qualitativ-biografische Interviews mit Tätern und Täterinnen.