„Unsere Vision ist es, Innovationsmotor für die regionale Wirtschaft zu sein und Impulsgeber für die wissensbasierte Entwicklung der Gesellschaft", sagt Günther Meschke, Prorektor für Forschung und Transfer.
Rektorat beschließt Transferstrategie
Die wichtige dritte Säule
Die Strategie stärkt den Wissens- und Technologietransfer auf allen Ebenen der Ruhr-Universität.
Nachdem die Ruhr-Universität Bochum 2022 ein Transferleitbild verabschiedet hat, wird es jetzt konkret: Das Rektorat hat die Transferstrategie beschlossen. Was das bedeutet, erklärt Prof. Dr. Günther Meschke, Prorektor für Forschung und Transfer, im Interview.
Herr Professor Meschke, wieso braucht die RUB eine Transferstrategie?
In unserem Transferleitbild haben wir vor einigen Jahren die Ziele und Rahmenbedingungen festgehalten, die wir mit dem Begriff Transfer verbinden. Hier haben wir bewusst breit definiert, was wir meinen: die technische Zusammenarbeit mit Unternehmen, die Unterstützung von Gründungen, die Beratung politischer Entscheidungsträger, die Interaktion mit der Stadtgesellschaft und die Zusammenarbeit mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, etwa Kulturschaffenden. Schon damals haben wir festgehalten, dass dafür konkrete Maßnahmen entwickelt werden müssen. Die haben wir jetzt in der Strategie beschlossen.
Der Verantwortung gegenüber Wirtschaft und Gesellschaft gerecht werden
Welche Maßnahmen gehören dazu?
Wir haben vier strategische Zielbereiche festgelegt, Transferkultur und Rahmenbedingungen, die Verbesserung von Sichtbarkeit und Vernetzung sowie Innovation und gesellschaftliche Verantwortung, aus denen insgesamt fünf Handlungsfelder abgeleitet wurden. Die einzelnen Maßnahmen der Transferstrategie orientieren sich an diesen Handlungsfeldern und sind sehr ausdifferenziert.
Ein Beispiel: Transfer soll in der Universitätskultur als dritte Säule der Universität neben Forschung und Lehre stärker als bisher verankert werden, damit allen klar ist, dass die RUB mit all ihrer Fächervielfalt ihrer Verantwortung gegenüber Wirtschaft und Gesellschaft gerecht wird. Dieses Ziel wollen wir erreichen, indem wir zum Beispiel transferrelevante Kriterien als festen Bestandteil in Evaluations- und Zielvereinbarungsverfahren der RUB einbetten, Anreizsysteme implementieren und Qualifizierungsangebote zum Thema Innovation und Impact etablieren.
Nicht alles, was in der Strategie steht, ist neu. Vieles wurde auch schon begonnen und wird nun weiterentwickelt.
Wir prüfen Sie, ob die Strategie erfolgreich umgesetzt wird?
Im Laufe der Entwicklung der Transferstrategie, für die wir, begleitet durch einen Dienstleister, viele interne und externe Gruppen befragt haben, haben wir eine Task Force als eine Art Beirat eingerichtet, in der die gesamte disziplinäre Breite der RUB gut abgebildet war. Diese Task Force war für die Zuschärfung der Strategie und die Priorisierung der Maßnahmen überaus hilfreich und wird zukünftig zu einem Monitoring Board, das sich jedes Jahr anschaut, wie weit wir mit der Umsetzung der Ziele gekommen sind.
Wir wollen mehr als bisher Transferpotenziale in den Fakultäten aufspüren.
Wie werden Studierende und Forschende bemerken, dass die Strategie umgesetzt wird?
Die Strategie stärkt den Wissens- und Technologietransfer auf allen Ebenen der RUB. Wir wollen mehr als bisher Transferpotenziale in den Fakultäten aufspüren und Strukturen etablieren beziehungsweise weiterentwickeln, um die Forschenden bei der Umsetzung ihrer Ideen effektiv zu unterstützen.
Promovierende werden es durch vielfältige transfer-orientierte Qualifizierungsangebote im Rahmen ihrer Promotion merken; Studierende werden es bemerken, wenn sie in Studierendenprojekten wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Lösungen übersetzen, oder spielerisch erste Erfahrungen mit dem Thema „Start-Up“ im Rahmen von Entrepreneurship-Kursen machen.