Schülerinnen und Schüler, die sich als Deutsch-Checker engagieren, erhalten zum Abschluss ein Zertifikat. 2026 erfolgte die Übergabe bei der Jubiläumsfeier. Anschließend präsentierten die Checker ihre Urkunden.
Sprachförderung
Projekt „Deutsch Checker“ feiert zehnjähriges Bestehen
Rund 450 Schülerinnen und Schüler haben bereits von dem Projekt profitiert. Auch künftig wird sich die Ruhr-Universität Bochum bei der Sprachförderung engagieren.
Seit zehn Jahren helfen Studierende der Ruhr-Universität Bochum im Rahmen des Programms „Deutsch Checker“ an fünf Herner Schulen bei der Sprachförderung. Was ursprünglich als zweijähriges Projekt angelegt war, ist mittlerweile zu einer dauerhaften und erfolgreichen Zusammenarbeit geworden. Die Stadt Herne würdigte das Programm anlässlich seines zehnjährigen Bestehens am 8. Juli 2026 mit einem Festakt.
In dem Format bilden pädagogisch und didaktisch speziell ausgebildete Lehramtsstudierende Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Klasse zu sogenannten Deutsch-Checkern aus. Diese wiederum betreuen Personen aus der 5. und 6. Klasse mit Sprachförderbedarf.
Zehn Jahre Deutsch-Checker-Projekt in Zahlen
„Das Besondere an dem Programm ist, dass beim Lernen Beziehungen zwischen älteren und jüngeren Teilnehmenden entstehen. Es ist ein bisschen, wie wenn man mit einer großen Schwester oder einem großen Bruder lernt“, sagt Prof. Dr. Björn Rothstein von der Professional School of Education der Ruhr-Universität Bochum, der das Deutsch-Checker-Projekt leitet. „Oft bleiben die Studierenden und die Schüler*innen auch über die Zusammenarbeit hinaus in Kontakt.“
Das ist so klasse am Ruhrgebiet. Wir finden jedes Jahr viele Schülerinnen und Schüler, die sich mit Herzblut einbringen.
Besonders begeistert ist Rothstein von dem Engagement der Schülerinnen und Schüler für das Ehrenamt: „Das ist so klasse am Ruhrgebiet“, sagt er. „Wir finden jedes Jahr viele Schülerinnen und Schüler, die sich mit Herzblut einbringen. Das ist etwas Besonderes, wie ich aus Gesprächen mit Kolleg*innen aus anderen Regionen weiß, die ohne Gegenleistung in Form von Geld oder Noten Schwierigkeiten haben, genug Teilnehmende zu finden. Im Ruhrgebiet haben die Menschen das Herz am rechten Fleck.“
Wir sehen es als unsere Aufgabe an, in die Region hineinzuwirken.
Entstanden ist das Projekt aus einem konkreten Praxisbedarf heraus. „Ich hatte bereits zu anderen Themen mit dem Integrationszentrum Herne kooperiert, und die Kollegen sagten mir, dass sie Unterstützung bei der Sprachförderung dringend gebrauchen könnten“, erzählt Björn Rothstein. „Und in der Professional School of Education sehen wir es als unsere Aufgabe an, in die Region hineinzuwirken.“
Das Team hinter dem Deutsch-Checker-Projekt (von links): Dr. Florian Koch, Jasmin Zielonka und Prof. Dr. Björn Rothstein
Eine wissenschaftliche Evaluation bestätigte, dass die Schülerinnen und Schüler von dem Projekt profitieren – und zwar nicht nur die jüngeren, die ihre Deutsch-Kenntnisse verbesserten. „Der Benefit für die Deutsch-Checker*innen ist vor allem, dass sie in Kontakt mit der Uni kommen, Hemmschwellen abbauen, und sie lernen, Verantwortung zu übernehmen“, resümiert Rothstein. Daher wird die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Ruhr-Universität Bochum und den Herner Schulen auch künftig fortgeführt werden.
Ruhr Innovation Lab