Nach der Scheckübergabe (von links): Prof. Dr. Joachim Esser (1. Vorsitzender des Freundeskreises), Prof. Dr. Christopher Grefen (Direktor des Botanischen Gartens), Martin Beilmann (Vorstandsmitglied im Freundeskreis)
Spende
Frischer Wind für Moor und Südafrika-Haus
Der Botanische Garten der Ruhr-Universität Bochum erhält 50.000-Euro von seinem Freundeskreis.
Ein starkes Zeichen für den Naturschutz und die Umweltbildung an der Ruhr-Universität Bochum: Für den Freundeskreis des Botanischen Gartens überreichte der erste Vorsitzende, Prof. Dr. Joachim Esser, dem Botanischen Garten am 22. September 2026 eine Spende in Höhe von 50.000 Euro. Mit diesen Mitteln fördert der Verein zwei wegweisende Großprojekte, die den Garten sowohl als wissenschaftliche Schatzkammer als auch als lebendigen Lernort für die Öffentlichkeit entscheidend aufwerten: die bereits fertiggestellte Neuanlage des Niedermoors sowie die aktuell laufende Neugestaltung des Südafrikahauses.
„Die Unterstützung durch unseren Freundeskreis ist für den Garten von unschätzbarem Wert“, betont Gartendirektor Prof. Dr. Christopher Grefen. „Sie ermöglicht es uns, visionäre Projekte umzusetzen, die weit über die reine Pflanzenpflege hinausgehen und drängende Zukunftsthemen wie Klimaanpassung und Artenschutz direkt erlebbar machen.“
Naturerbe im Wandel der Zeit
Die Spende des Freundeskreises fließt zu gleichen Teilen in zwei gegensätzliche, aber gleichermaßen faszinierende Ökosysteme:
- Lebensraum Niedermoor: Mit der bereits realisierten Neuanlage des Niedermoors wurde ein hochsensibler und in der Natur stark bedrohter Lebensraum im Freiland des Gartens rekonstruiert. Das Areal dient nicht nur dem Schutz spezialisierter und seltener Pflanzenarten, sondern verdeutlicht den Gästen auch die fundamentale Rolle von Mooren als CO₂-Speicher im globalen Klimasystem.
- Die Neugestaltung des Südafrikahauses: Das ehemals stark überwachsene Schauhaus wird derzeit grundlegend verjüngt. Auf Basis eines neuen didaktischen Konzepts werden hier künftig die fünf zentralen Lebensräume (Biome) Südafrikas modellhaft dargestellt – von der Savanne bis zum Fynbos. Ein absolutes Highlight und voraussichtliches Alleinstellungsmerkmal unter deutschen botanischen Gärten wird die Anlage eines kleinen Köcherbaumwaldes sein.
Neben dem optischen und botanischen Gewinn für das allgemeine Publikum steht bei beiden Projekten die didaktische Wissensvermittlung im Fokus. Insbesondere das Südafrikahaus wird zu einem modernen, anschaulichen Lernort für Schulklassen ausgebaut. Hier können Kinder und Jugendliche faszinierende Anpassungsstrategien von Pflanzen an extreme Trockenheit oder spezialisierte Bestäubungsmechanismen – wie die der Paradiesvogelblume durch Nektarvögel – hautnah erforschen.
Dank des Engagements des Freundeskreises schlägt der Botanische Garten eine wichtige Brücke zwischen universitärer Forschung und öffentlicher Bildung, um das Bewusstsein für die Biodiversität unserer Erde nachhaltig zu stärken.