Architektur und Natur im Zusammenspiel
Denkmalschutz
Historische Campuslandschaft soll klimafit werden
Die Querforen der RUB sind Teil eines denkmalgeschützten Landschaftskonzepts aus den 1970er-Jahren. Ein neues Entwicklungskonzept soll ihren historischen Charakter bewahren und sie zugleich an den Klimawandel anpassen.
Die Querforen auf dem Campus sind weit mehr als Grünflächen zwischen den Gebäuden: Sie sind Teil eines umfassenden landschaftsarchitektonischen Konzepts aus den 1970er-Jahren.
Entworfen wurden die Anlagen vom Landschaftsarchitekten Georg Penker. Seine Idee: die umliegende Ruhrlandschaft in den Campus hineinzuziehen. Offene Wiesenflächen, modellierte Hügel, Baumgruppen und Wasserläufe sollten die Universität mit ihrer Umgebung verbinden und eine eigenständige Landschaft auf dem Campus schaffen. Auch Wasser spielte dabei eine zentrale Rolle. Quellen, Wasserfälle, Wassertreppen und Teiche waren als wiederkehrende Gestaltungselemente vorgesehen. Einige davon wurden später jedoch nie umgesetzt, andere sind heute nur noch teilweise erkennbar.
Über Jahrzehnte haben sich die Querforen verändert. Zusätzliche Pflanzungen, Wildwuchs und bauliche Veränderungen haben ursprüngliche Sichtachsen und Raumwirkungen überlagert. Gleichzeitig geraten viele der damals verwendeten Baumarten durch Hitze, Trockenheit und Krankheiten zunehmend unter Druck.
Ein neues Gehölzentwicklungskonzept soll deshalb den historischen Charakter der Querforen bewahren und sie zugleich an heutige Anforderungen anpassen. „Historisches bewahren mit Blick nach vorn“ – so beschreibt Landschaftsarchitekt Rainer Steinmeier den Ansatz des Projekts.
Das Querforum West im Jahr 1983
Die Planungen wurden in einem umfangreichen Abstimmungsprozess zwischen der amtlichen Denkmalpflege des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, der RUB und dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW entwickelt. Grundlage waren historische Karten und Unterlagen aus der Entstehungszeit der Universität sowie eine umfassende Inventarisierung des heutigen Gehölzbestands.
„Die in den 1970er Jahren durch den Gartenarchitekten Georg Penker entworfenen Anlagen werden entsprechend der denkmalpflegerischen, zukünftig aber auch klimatischen Belange überarbeitet“, erklärt Steinmeier. Das Konzept soll in den kommenden Jahren den verbindlichen Rahmen für Gehölzentnahmen und Neupflanzungen bilden.