Architektur und Natur im Zusammenspiel

© RUB, Kramer

Denkmalschutz

Historische Campuslandschaft soll klimafit werden

Die Querforen der RUB sind Teil eines denkmalgeschützten Landschaftskonzepts aus den 1970er-Jahren. Ein neues Entwicklungskonzept soll ihren historischen Charakter bewahren und sie zugleich an den Klimawandel anpassen.

Die Querforen auf dem Campus sind weit mehr als Grünflächen zwischen den Gebäuden: Sie sind Teil eines umfassenden landschaftsarchitektonischen Konzepts aus den 1970er-Jahren. 

Entworfen wurden die Anlagen vom Landschaftsarchitekten Georg Penker. Seine Idee: die umliegende Ruhrlandschaft in den Campus hineinzuziehen. Offene Wiesenflächen, modellierte Hügel, Baumgruppen und Wasserläufe sollten die Universität mit ihrer Umgebung verbinden und eine eigenständige Landschaft auf dem Campus schaffen. Auch Wasser spielte dabei eine zentrale Rolle. Quellen, Wasserfälle, Wassertreppen und Teiche waren als wiederkehrende Gestaltungselemente vorgesehen. Einige davon wurden später jedoch nie umgesetzt, andere sind heute nur noch teilweise erkennbar.

Wussten Sie schon, dass …

... das treppenartige Konstrukt zwischen Kunstsammlungen und Audimax eigentlich ein Brunnen ist? Das „Wasserrelief“ wurde 1971 von Erich Reusch entworfen. Das Wasser zwischen den quadratischen Beton-Platten lief allerdings nur kurz, denn es tropfte in das darunterliegende Parkbauwerk.

Damals wie heute dient das Relief als beliebter Treffpunkt für Studierende.

Über Jahrzehnte haben sich die Querforen verändert. Zusätzliche Pflanzungen, Wildwuchs und bauliche Veränderungen haben ursprüngliche Sichtachsen und Raumwirkungen überlagert. Gleichzeitig geraten viele der damals verwendeten Baumarten durch Hitze, Trockenheit und Krankheiten zunehmend unter Druck.

Ein neues Gehölzentwicklungskonzept soll deshalb den historischen Charakter der Querforen bewahren und sie zugleich an heutige Anforderungen anpassen. „Historisches bewahren mit Blick nach vorn“ – so beschreibt Landschaftsarchitekt Rainer Steinmeier den Ansatz des Projekts.

Das Querforum West im Jahr 1983

© Stadt Bochum, Presseamt

Die Planungen wurden in einem umfangreichen Abstimmungsprozess zwischen der amtlichen Denkmalpflege des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, der RUB und dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW entwickelt. Grundlage waren historische Karten und Unterlagen aus der Entstehungszeit der Universität sowie eine umfassende Inventarisierung des heutigen Gehölzbestands.

„Die in den 1970er Jahren durch den Gartenarchitekten Georg Penker entworfenen Anlagen werden entsprechend der denkmalpflegerischen, zukünftig aber auch klimatischen Belange überarbeitet“, erklärt Steinmeier. Das Konzept soll in den kommenden Jahren den verbindlichen Rahmen für Gehölzentnahmen und Neupflanzungen bilden.

Termin

Wie die ursprüngliche Planung aussah und welche Veränderungen künftig vorgesehen sind, erläutert Landschaftsarchitekt Rainer Steinmeier gemeinsam mit Julian Nübold (RUB-Verantwortlicher für die Gehölzpflege) bei einer kostenlosen Führung im Rahmen der „Tage der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe“.

Die Führung findet am Samstag, 13. Juni 2026, um 14 Uhr statt. Treffpunkt ist vor dem Q-West.

Veröffentlicht

Freitag
12. Juni 2026
09:51 Uhr

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