Die komplexen Interaktionen zwischen großen Molekülen und Wasser sind einfacher zu hören als zu sehen.
Lösungsmittelchemie
Gut zugehört beim Polymerkollaps – Wasser zieht die Fäden
Die komplexen Interaktionen großer Moleküle oder Polymere mit Wasser sind nicht immer leicht zu analysieren. Beim einem Prozess lassen sich die Interaktionen mit allen Akteuren besser hör- als sichtbar machen.
Manche Polymere reagieren auf ihre Umgebung mit nützlichen Veränderungen: Dazu gehört PNIPAM, kurz für Poly(N-isopropylacrylamid). Es ist unter etwa 32 Grad Celsius wasserlöslich, oberhalb dieser Temperatur fällt es aus und wird hydrophob. Das qualifiziert es für smarte Anwendungen wie Sensoren. Was aber läuft zwischen PNIPAM und dem Lösungsmittel Wasser eigentlich ab? Forschende der Ruhr-Universität Bochum und der University of Illinois Urbana Champaign arbeiteten in dieser Frage zusammen mit Spezialisten für Klangerzeugung der Symbolic Sound Corporation. In der klanglichen Darstellung konnten sie die Interaktion der Wassermoleküle mit PNIPAM erstmals entschlüsseln. Sie berichten in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS vom 4. Februar 2026.