Eine Auswahl von aktiven Galaxien. Die in den Bildern sichtbaren Jets werden von den supermassiven Schwarzen Löchern, die sich in den Zentren der Galaxien befinden, angetrieben. Das Bild veranschaulicht die Vielfalt der Formen, die sich aus der Aktivität der Schwarzen Löcher und ihrer Wechselwirkung mit der Umgebung ergeben können.  

 

© Grafik: Maya Horton/LoTSS-Team

Astronomie

Umfassende Karte des Radiohimmels veröffentlicht

Die Daten zeigen unter anderem Galaxien mit starker Sternentstehung und weitere seltene und schwer fassbare Objekte wie verschmelzende Galaxienhaufen, schwache Supernova-Überreste und aktive oder wechselwirkende Sterne.

Mehr als zehn Jahre lang beobachtete ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universitäten Hamburg, Bielefeld, Bochum und Würzburg sowie der Thüringer Landessternwarte und des Jülich Supercomputing Centre den Nordhimmel mit dem Radioteleskop LOFAR. Nun haben die Forschenden die Beobachtungsdaten dieser Himmelsdurchmusterung vorgelegt und veröffentlichen die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“. Die Himmelsdurchmusterung erfasst 13,7 Millionen kosmische Radioquellen und liefert die bislang umfassendste Bestandsaufnahme aktiver Galaxien.

Ein internationales Team von Radioastronominnen und -astronomen unter der Leitung von Dr. Timothy Shimwell, Wissenschaftler bei ASTRON, dem niederländischen Institut für Radioastronomie, hat mit dem Radioteleskop LOFAR (Low Frequency Array) eine außergewöhnlich detailreiche Himmelskarte erstellt und diese nun veröffentlicht.

Die Durchmusterung (LOFAR Two-metre Sky Survey, LoTSS) kartiert den nördlichen Himmel in bislang unerreichter Auflösung. Für diese Himmelskarte hat das internationale Forschungsteam knapp 13.000 Stunden Beobachtungszeit mit dem Radioteleskop LOFAR ausgewertet. Im Ergebnis wurden 13,7 Millionen Radioquellen in einem Katalog erfasst. Das ist die größte Sammlung an Radioquellen, die jemals angelegt wurde.
Radioteleskop LOFAR spürt seltene und schwer fassbare Objekte auf

Beobachtungen mit einem Radioteleskop bei niedrigen Frequenzen offenbaren ein völlig anderes Bild des Kosmos als Beobachtungen mit optischen Teleskopen. Radioteleskope können Vorgänge im Universum wahrnehmen, die dem Auge verborgen bleiben. So können die Forschenden energetische Phänomene wie Ausströmungen (Jets) aus supermassereichen Schwarzen Löchern sowie Galaxien mit starker Sternentstehung verfolgen.

Die Untersuchung hat neben den Galaxien weitere seltene und schwer fassbare Objekte aufgespürt, darunter verschmelzende Galaxienhaufen, schwache Supernova-Überreste und aktive oder wechselwirkende Sterne. Die Untersuchung ermöglicht bereits Hunderte weiterführende astronomische Studien. Sie bietet neue Einblicke in die Entstehung und Entwicklung kosmischer Strukturen, in die Beschleunigung von Teilchen auf extreme Energien und in kosmische Magnetfelder. 

Veröffentlicht

Donnerstag
19. Februar 2026
15:11 Uhr

Von

LOFAR Konsortium

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