Der Weltmädchenindex zur Mädchengesundheit erscheint 2026 zum ersten Mal.
Erster Weltmädchenindex
Gesundheit von Mädchen verbessert sich in 178 Ländern
Erstmals macht ein globaler Index vom Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der RUB und von Plan International Deutschland die Lebenswirklichkeit von fast einer Milliarde Mädchen sichtbar.
Mädchen leben heute gesünder als zu Beginn des Jahrtausends. In 178 von 192 untersuchten Ländern hat sich die Mädchengesundheit zwischen 2000 und 2023 verbessert. Das ist ein zentrales Ergebnis des ersten Weltmädchenindex, entwickelt von Plan International Deutschland und dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht (IFHV) der Ruhr-Universität Bochum. Erstmals macht damit ein globaler Index die gesundheitliche Situation von rund einer Milliarde Mädchen (gut 971 Millionen) im Alter zwischen 5 und 19 Jahren über Länder und Jahrzehnte hinweg vergleichbar.
Sterblichkeit mehr als halbiert
Die Sterblichkeit von Mädchen hat sich im gleichen Zeitraum weltweit mehr als halbiert. So starb im Jahr 2000 weltweit im Durchschnitt fast jedes 800. Mädchen. Im Jahr 2023 war es durchschnittlich noch jedes 1700. Mädchen. Ebenfalls positiv: Weltweit ist die Wahrscheinlichkeit für Mädchen, ein Kind zu bekommen, in den vergangenen gut 20 Jahren um ein Drittel gesunken. Während im Jahr 2000 noch durchschnittlich jedes 31. Mädchen weltweit ein Kind bekam, war es im Jahr 2023 durchschnittlich noch jedes 48. Mädchen.
Dennoch erreicht der Fortschritt längst nicht alle. Aus dem Index, der sich in seiner ersten Ausgabe ausschließlich mit Mädchengesundheit beschäftigt, geht hervor, dass rund 290 Millionen Mädchen – fast jedes dritte weltweit – in Ländern mit niedriger oder sehr niedriger Mädchengesundheit leben. Besonders alarmierend: Durchschnittlich sterben pro Stunde fast fünf Mädchen infolge von Schwangerschaft oder Geburt. Zudem wächst die gesundheitliche Ungleichheit zwischen Ländern seit der Coronapandemie wieder. So war 2020 und 2021 der Abstand zwischen den höchsten und niedrigsten Mädchengesundheitswerten im betrachteten Zeitraum am kleinsten. Bereits 2022 nahm er wieder deutlich zu.
Der diesjährige Schwerpunkt Gesundheit zeigt besonders deutlich, welches Potenzial in dem Weltmädchenindex liegen kann.
Prof. Dr. Pierre Thielbörger, Geschäftsführender Direktor des IFHV, sagt: „Der diesjährige Schwerpunkt Gesundheit zeigt besonders deutlich, welches Potenzial in dem Weltmädchenindex liegen kann. Fortschritte werden ebenso klar sichtbar wie besorgniserregende Defizite. Für Wissenschaft und Gesellschaft eröffnet dies die Möglichkeit, genauer danach zu fragen, wo und warum die Lebenswirklichkeit hinter menschenrechtlichen Gewährleistungen und staatlichen Verpflichtungen zurückbleibt – gerade auch für Mädchen.“