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Prof. Dr. Tobias Ruck von der Neurologischen Klinik und Poliklinik, am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum

© RUB, Kramer

Medizin

Ich verbinde Patientenzimmer und Labor

Wie sich Erkenntnisse aus dem Labor in die Praxis übertragen lassen, interessiert Tobias Ruck. Eine Einbahnstraße ist seiner Ansicht nach keine Lösung.

Ich verbinde Patientenzimmer und Labor – mit Übersetzungsrisiko. Was im Labor elegant aussieht, hilft am Krankenbett nicht automatisch weiter. Und umgekehrt beginnt manche gute Forschungsfrage nicht am Mikroskop, sondern im Gespräch mit Patientinnen und Patienten. Genau dieser „Translationale Brückenschlag“ war auch das Thema meines Berufungsvortrags an der Ruhr-Universität Bochum. In der Neurologie sieht man sehr häufige Erkrankungen wie Schlaganfälle oder Demenzen, aber auch seltene Erkrankungen von Nerv und Muskel, bei denen man manchmal länger nach der richtigen Spur sucht, als einem lieb ist. Mich interessiert, wie wir aus klinischen Beobachtungen, molekularen Erkenntnissen, Biomarkern, Bildgebung und digitalem Monitoring bessere Diagnostik und neue Therapien entwickeln können. Die Brücke muss dabei in beide Richtungen tragen: von der Forschung in die Versorgung und von den Problemen der Betroffenen zurück ins Labor. Sonst bleibt Translation eine Einbahnstraße. Das funktioniert im Stadtverkehr manchmal, in der Medizin eher nicht.

Veröffentlicht

Donnerstag
22. Oktober 2026
09:09 Uhr

Von

Tobias Ruck

Dieser Artikel wird am 1. Dezember 2026 in Rubin 2/2026 erscheinen. Weitere Rubin-Artikel sind hier zu finden.

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