Dr. Sonja Grelle forscht in der Arbeitsgruppe Social and Environmental Psychology.
Sozialpsychologie
Ich verbinde Psychologie und Politik
Wann soll der Staat mit Gesetzen und Steuern eingreifen, um den Klimawandel zu bekämpfen? Mit solchen Fragen an der Grenze von Psychologie und Politik befasst sich Sonja Grelle.
Ich verbinde in meiner Forschung Psychologie und Politik: Warum sagt ein Teil der Deutschen bei der CO2-Steuer oder dem Verbrenner-Aus „Ja, greift ein!“, während andere das als Bevormundung empfinden? Ich untersuche, wann und warum Menschen politische Maßnahmen akzeptieren, insbesondere im Kampf gegen den Klimawandel. Dafür haben Wilhelm Hofmann und ich 2024 das Integrative-Public-Policy-Acceptance-Modell entwickelt.
Der Schlüssel dabei: der Wunsch nach staatlichem Eingriff selbst. Er wächst mit dem Vertrauen in die Regierung und Bewusstsein für das Problem Klimawandel. Ist er stark ausgeprägt, akzeptieren Menschen auch Maßnahmen, die deutlich stärker in den Alltag eingreifen, wie Gesetze und Steuern – und genau solche brauchen wir auf Systemebene, um dem Klimawandel wirksam entgegenzutreten.
Politiker*innen sollten deshalb neben der Entwicklung fairer und wirksamer Maßnahmen schon frühzeitig ansetzen: Wer Problembewusstsein stärkt und Vertrauen in der Bevölkerung aufbaut, weckt genau den Wunsch nach staatlichem Eingriff, der später Klimapolitik mehrheitsfähig macht.