Die Ruhr-Universität Bochum ist ein Ort des offenen wissenschaftlichen Austauschs.

© RUB, Marquard

Statement der Hochschulleitung

Veranstaltungsreihe im Kontext der „Israeli Apartheid Week“ abgesagt

Die Ruhr-Universität Bochum hat eine geplante Veranstaltungsreihe im Kontext der „Israeli Apartheid Week“ abgesagt. Hintergrund sind Bedenken hinsichtlich des Hochschulfriedens und der Sicherheit.

An der Ruhr-Universität Bochum war für die kommenden Wochen eine studentisch initiierte Veranstaltungsreihe im Kontext der sogenannten „Israeli Apartheid Week“ angemeldet worden. Die Reihe wurde über ein Mitglied der Universität beantragt und nach den üblichen Verfahren zunächst zur Durchführung in universitären Räumen zugelassen. Im Zuge einer vertieften Prüfung der Inhalte und ihrer Einordnung in übergeordnete Zusammenhänge hat die Universitätsleitung diese Entscheidung nun revidiert und die Raumzusage zurückgenommen.

In den ursprünglich zur Verfügung gestellten Informationen war nicht hinreichend erkennbar, dass die Veranstaltungsreihe unter dem Label „Israeli Apartheid Week“ in einen Kontext eingebunden ist, der Bezüge zu Organisationen und Kampagnen aufweist, die in Teilen als extremistisch eingeordnet werden, insbesondere im Umfeld der BDS-Bewegung.

Die Universität ist ein Ort des offenen wissenschaftlichen Austauschs und bietet grundsätzlich Raum für kontroverse Diskussionen und unterschiedliche Perspektiven. Dies setzt jedoch voraus, dass Veranstaltungen in einem Rahmen stattfinden, der dem Anspruch eines respektvollen, differenzierten und wissenschaftsgeleiteten Diskurses entspricht und den Hochschulfrieden nicht gefährdet.

Nach eingehender Prüfung der vorliegenden Programminhalte und ihrer Einbindung in eine übergreifende Kampagnenstruktur ist die Universitätsleitung zu dem Schluss gekommen, dass diese Voraussetzungen im vorliegenden Fall nicht in ausreichendem Maße gewährleistet sind. Insbesondere bestehen Bezüge zu aktivistischen Boykottaufrufen gegen wissenschaftliche Institutionen sowie zu Organisationen und Netzwerken, die in Teilen als extremistisch eingeordnet werden.

Vor diesem Hintergrund sieht die Universitätsleitung ein erhöhtes Risiko für Polarisierung und Eskalation auf dem Campus. Die Durchführung der Veranstaltung wäre geeignet, den Hochschulfrieden zu beeinträchtigen und ein Umfeld zu schaffen, das dem Anspruch der Universität auf einen konstruktiven und inklusiven Diskurs nicht gerecht wird.

Die Entscheidung erfolgt auf Grundlage des Hausrechts der Universität sowie ihrer Verantwortung für die Sicherheit und das Miteinander aller Hochschulangehörigen. Sie richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Meinungsfreiheit einzelner Akteure, sondern gegen die Nutzung universitärer Infrastruktur für Formate, die mit erheblichen Risiken für den Hochschulbetrieb verbunden sind.

Die Ruhr-Universität Bochum unterstützt und begrüßt zukünftige Veranstaltungsformate, die eine differenzierte und wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit dem Nahostkonflikt ermöglichen. Dabei ist es der Universität ein besonderes Anliegen, die Perspektiven der vom Nahostkonflikt betroffenen Menschen sowie den Erfahrungen von Angehörigen vor Ort Raum zu geben und diese in einen konstruktiven Dialog einzubringen.

Veröffentlicht

Donnerstag
16. April 2026
09:47 Uhr

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