Auszeichnung

Cécile Gachet und Anna Bertelli neu im Jungen Kolleg

Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste hat die beiden Bochumer Wissenschaftlerinnen zum 1. Januar 2026 aufgenommen.

Zum 1. Januar 2026 hat die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste sieben neue Stipendiatinnen und Stipendiaten in das Junge Kolleg aufgenommen. Unter ihnen sind die beiden Bochumer Wissenschaftlerinnen Dr. Anna Bertelli vom Institut für Archäologische Wissenschaften und Dr. Cécile Gachet, Juniorprofessorin für komplexe und algebraische Mathematik. 

Anna Bertelli

Anna Bertelli widmet sich in ihrer aktuellen archäologischen Forschung den Ursprüngen des Apollo-Heiligtums in Gortyn auf Kreta im frühen 1. Jahrtausend vor Christus. Im Zentrum stehen wissenschaftliche Fragen nach den Prozessen, die den Übergang von kleinen Siedlungen zu städtischen Strukturen ermöglichten, und nach der Rolle überregionaler Kontakte, insbesondere mit Westasien, in dieser Entwicklung. Untersucht wird, wie sich transkultureller Austausch materiell und religiös im Heiligtum widerspiegelt und inwiefern der Mythos der Heroine Europa Aufschluss über kulturelle Integration und Innovation geben kann. Durch interdisziplinäre Analysen sollen die sozialen, politischen und religiösen Transformationsprozesse dieser Zeit rekonstruiert sowie neue Modelle zur Erklärung früher Urbanisierungs- und Vernetzungsphänomene entwickelt werden. Zugleich fragt Bertelli, wie solche Erkenntnisse heutige Identitätsdiskurse im touristisch wenig beachteten Dorf Agioi Deka bereichern können.

Cécile Gachet

In ihrer Forschung befasst sich Cécile Gachet mit der birationalen Geometrie, einem Gebiet der Mathematik, das sich mit der Analyse und Klassifizierung von Formen beschäftigt, die durch Polynomgleichungen definiert werden. Diese Formen werden Varietäten genannt. Auf Varietäten existieren verschiedene Positivitätsbegriffe, die die Geometrie maßgeblich prägen. Sie lassen sich in Kegeln kodieren, deren abgrenzende Strahlen und Kanten einige geometrische Eigenschaften der ursprünglichen Varietät widerspiegeln, jedoch auch viele interessante Eigenschaften unberücksichtigt lassen. Ein Großteil von Gachets Arbeit konzentriert sich auf das Verständnis dieser positiven Kegel und der Informationen, die sie genau enthalten. Ihre jüngsten Forschungsergebnisse betreffen die Frage, ob pathologische Ränder der Kegel einer bestimmten Varietät darauf hindeuten, dass diese Varietät unendlich viele Symmetrien besitzt.

Das Junge Kolleg

Für die neuen Mitglieder ist die Aufnahme eine wichtige Auszeichnung: Das Junge Kolleg bietet sowohl finanziellen Freiraum für die eigene Forschung und Kunst in Form eines jährlichen Stipendiums in Höhe von 10.000 Euro als auch die Möglichkeit zum Austausch mit anderen exzellenten Forschenden und Kunstschaffenden. Vertreten sind die Geisteswissenschaften, die Naturwissenschaften und die Medizin, die Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften – sowie die Künste, eine Besonderheit der Akademie. Seit 20 Jahren fördert die Akademie mit dem Jungen Kolleg den wissenschaftlichen Nachwuchs in Nordrhein-Westfalen und zählt mittlerweile rund 200 aktive, assoziierte und ehemalige Stipendiaten. Das Junge Kolleg steht Promovierten sowie herausragenden künstlerischen Talenten offen, die nicht älter als 36 Jahre sind.

Veröffentlicht

Montag
05. Januar 2026
13:30 Uhr

Von

Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste
Arne Dessaul (ad)

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