Anna Franckowiak besetzt an der Ruhr-Universität die Professur „Multiwellenlängen-Astronomie“.

© RUB, Marquard

Astrophysik

Deutsch-indische Förderung für Anna Franckowiak

Mit ihrer indischen Kollegin Shabnam Iyyani Roy erforscht die Astrophysikerin fortan Gammastrahlenausbrüche.

Prof. Dr. Anna Franckowiak hat gemeinsam mit ihrer indischen Kollegin Prof. Dr. Shabnam Iyyani den WISER (Women Involvement in Science & Engineering Research) Collaboration Grant gewonnen. Anna Franckowiak besetzt an der RUB-Fakultät für Physik und Astronomie die Professur „Multiwellenlängen-Astronomie“. Zugleich ist sie Mitglied im Ruhr Astroparticle and Plasma Physics Center, kurz RAPP-Center. Shabnam Iyyani arbeitet am Indian Institute of Science Education and Research (IISER), Thiruvananthapuram.

Der WISER Collaboration Grant wird vom Indo-German Science & Technology Centre (IGSTC) an ein weibliches deutsch-indisches Duo verliehen. Die beiden Forscherinnen hatten sich zuvor gemeinsam dafür beworben. Das Preisgeld für Anna Franckowiak beträgt 48.000 Euro über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Forscherinnen planen jeweils einen gegenseitigen Besuch pro Jahr. Shabnam Iyyani kommt voraussichtlich erstmals im Mai 2026 nach Bochum. Im gemeinsamen Projekt geht es um die optische und hoch-energetische Polarisation in sogenannten Gamma Ray Bursts (GRB). Shabnam Iyyani ist für die Modellierungen verantwortlich und Anna Franckowiak für die Messungen.

Enorme Energiemengen

Gamma Ray Bursts (Gammastrahlenausbrüche) sind helle Blitze von Gammastrahlenemissionen, die Millisekunden bis Hunderte von Sekunden andauern. Während dieser Zeitspanne setzen die GRBs eine enorme Energiemenge frei, die das gesamte Universum im Gammastrahlenbereich überstrahlt. Ihr Ursprung wird auf den Tod sehr massereicher Sterne oder die gewaltsame Verschmelzung kompakter Sternüberreste zurückgeführt. In beiden Szenarien entsteht ein stellares schwarzes Loch, um das sich eine Akkretionsscheibe aus einfallender Materie bildet. Bipolare ultrarelativistische Plasma-Jets werden senkrecht zu dieser Scheibe ausgestoßen. Wir sehen den GRB nur dann, wenn der Jet in unsere Richtung zeigt. Der Mechanismus, der den Jet ausstößt und die hochenergetischen Photonen erzeugt, ist noch nicht vollständig verstanden. Shabnam Iyyani und Anna Franckowiak möchten dies in ihrem gemeinsamen Projekt ändern.

Zur Person

Anna Franckowiak studierte von 2002 bis 2007 Physik an der Bergischen Universität Wuppertal. Anschließend ging sie zunächst an die Humboldt-Universität Berlin und dann an die Universität Bonn, wo sie 2011 ihre Promotion abschloss. 2009 war sie erstmals am Südpol am IceCube-Neutrino-Observatorium. In ihrer Postdoc-Zeit forschte Anna Franckowiak vier Jahre lang am Kavli-Institut für Teilchenastrophysik und Kosmologie an der Stanford University in Kalifornien. Ab 2015 arbeitete sie am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) im brandenburgischen Zeuthen; ab 2017 leitete sie dort zudem eine Helmholtz-Nachwuchsgruppe. Seit 2020 besetzt sie an der Ruhr-Universität die Professur „Multiwellenlängen-Astronomie“.

Veröffentlicht

Dienstag
17. Februar 2026
10:50 Uhr

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