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Sebastian Merkel will wissen, wie technische Neuerungen im Gesundheitswesen wirken.

© RUB, Kramer

Medizin

Sebastian Merkel erforscht technische Neuerungen im Gesundheitswesen

Apps und KI-Anwendungen sind in Medizin und Pflege längst Alltag, und ständig kommen neue dazu. Der Sozialwissenschaftler will wissen, wie sich das auf die Praxis auswirkt.

Kostendruck, Personalmangel, strenge Regulierung und verschiedenste Stakeholder vom Patienten bis zur Krankenkasse kennzeichnen den Gesundheitssektor. Technische Produkte sollen allen helfen: Apps unterstützen Patient*innen beim Management ihrer chronischen Erkrankung, helfen dem Pflegepersonal bei der zeitaufwändigen Dokumentation und Angehörigen bei der Kommunikation mit Menschen, die gepflegt werden. KI ist inzwischen fast immer an Bord. Prof. Dr. Sebastian Merkel interessiert sich für diese Entwicklungen aus verschiedenen Blickwinkeln. Er wurde zum 1. April 2026 auf die Professur Digital Health der Medizinischen Fakultät berufen. 

Mentoring für Start-ups

„Ich finde spannend, welche Vorannahmen und Visionen diesen technischen Entwicklungen zugrunde liegen“, sagt er. „Wie stellen sich die Menschen, die solche Produkte entwickeln, eine Krankheit oder Alterserscheinung oder auch die Alltagspraxis vor, und stimmt das mit der Erfahrung der Zielgruppe eigentlich überein?“ Bei diesen Fragen unterstützen Merkel und sein Team auch zahlreiche Start-ups durch Forschungsprojekte. Die Forschenden nehmen dabei die Perspektive eines kritischen Freundes ein und machen konkrete Vorschläge für Verbesserungen von Produkten auf Basis ihrer Erkenntnisse. Der Schritt zum Transfer ist da nicht weit: In mehreren Fällen agierte Sebastian Merkel auch schon als Mentor für Start-ups in einem herausfordernden Markt. 

Neben Fragen zur Wirksamkeit, zu den Kosten und zur Sicherheit, die alle für technische Produkte im Medizinsektor bedeutend sind, interessiert sich Merkel als ausgebildeter Sozialwissenschaftler vor allem für die sozialen Folgen der Einführung technischer Neuerungen. „Die sind häufig größer, als man vorher dachte“, berichtet er. „Wie verändern sich Prozesse und Routinen in der Praxis? Wie verschieben sich Verantwortlichkeiten? Wie wird professionelles Wissen gestaltet?“ 

Zur Person
  • 2008 – 2010 Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Arbeit und Technik Gelsenkirchen
  • 2010 – 2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Arbeit und Technik Gelsenkirchen
  • 2017 – 2019 Postdoc am Institut für Arbeit und Technik Gelsenkirchen
  • 2019 – 2020 Wissenschaftlicher Direktor am Institut für Arbeit und Technik Gelsenkirchen
  • 2020 – 2026 Juniorprofessor „Gesundheit und E-Health“ an der Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Sozialwissenschaften, ab 2025 Medizinische Fakultät
  • Seit 1.4.2026 Inhaber des Lehrstuhls Digital Health der Ruhr-Universität Bochum

Veröffentlicht

Freitag
29. Mai 2026
08:05 Uhr

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