Jugend forscht
NRW zeichnet Spitzenforschertalente aus
Die Jury hat die herausragendsten Beiträge gekürt. 76 junge Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus NRW und dem Ausland präsentierten ihre Projekte an der Ruhr-Universität Bochum.
„Maximale Perspektive!“ ist das Motto von „Jugend forscht“ 2026. Im 61. Jahr des Wettbewerbs haben sich in Nordrhein-Westfalen zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene mit spannenden Projekten angemeldet. Zunächst traten sie bei Regionalwettbewerben in der Nähe ihres Heimatortes an. Die Gewinnerinnen und Gewinner qualifizierten sich für den Landeswettbewerb, der in NRW in diesem Jahr an der Ruhr-Universität Bochum stattfand. 76 Teilnehmende im Alter von 15 bis 21 Jahren stellten im Alfried Krupp-Schülerlabor der Wissenschaften insgesamt 47 Projekte den Jurymitgliedern vor. Elf von ihnen reisten von ihren Deutschen Schulen in Bulgarien, Spanien und Ungarn nach Bochum, während die übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus NRW kamen.
Die Landessiegerinnen und Landessieger wurden am 19. März 2026 im Audimax der Ruhr-Universität ausgezeichnet und haben sich für das Bundesfinale in Herzogenaurach qualifiziert.
„Mich begeistert die thematische Vielfalt, die wir hier erleben durften – vom Einfluss von Musikgenres auf die Konzentrationsfähigkeit beim Lernen bis zu Demenz gemeinsam meistern. Die Jungforschenden haben ihre Themen mit großer wissenschaftlicher Sorgfalt bearbeitet und spannende Ergebnisse erzielt. Man sieht bei diesem Wettbewerb immer, dass wir wirklich engagierte und hoch motivierte junge Menschen in unserem Land haben, die Innovationen und Zukunft gestalten können und wollen“, erklärte Prof. Dr. Katrin Sommer, Chemiedidaktikerin, Patenbeauftragte der Ruhr-Universität Bochum für „Jugend forscht“ und Leiterin des Alfried Krupp-Schülerlabors der Wissenschaften. Einen besonderen Dank richtete sie an die betreuenden MINT-Lehrkräfte, die die jungen Talente trotz des Lehrkräftemangels und zahlreicher anderer Verpflichtungen mit Rat und Tat unterstützt haben.
Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren sowohl Einzelstarter als auch Zweier- und Dreierteams in den Kategorien Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik vertreten.
Schirmherrin des Landeswettbewerbs ist Dorothee Feller, Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Ministerialdirigent Dr. Dirk Schnelle hob in seinem Grußwort die besondere Leistung der Jugendlichen hervor: „Um eine Idee umzusetzen, braucht es Wissbegierde, Kreativität, Begeisterungsfähigkeit und Durchhaltevermögen. All dies haben die Preisträgerinnen und Preisträger von ‚Jugend forscht‘ unter Beweis gestellt. Herzlichen Glückwunsch zu ihren hervorragenden Leistungen und vielen Dank an alle, die sie unterstützt haben.“
Björn Theis, Head of Foresight bei Evonik Industries, sprach in seiner Keynote darüber, wie Zukunftsforschung funktioniert und wie mögliche Zukunftsszenarien entstehen. Zum Abschluss sagte er: Die beste Art, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie jetzt zu gestalten.
Die Preisverleihung wurde von Prof. Dr. Katrin Sommer und Dr. Carsten Penz, dem Landeswettbewerbsleiter „Jugend forscht“ NRW, moderiert. Im Beisein von Rektor Prof. Dr. Martin Paul sowie weiteren Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft verlieh die Jury zehn erste Preise in sieben Fachgebieten.
Landessiegerinnen und Landessieger sind:
- Arbeitswelt: Rezan Aaron Yalçin, Städtisches Gymnasium Rheinbach, „JobBridge – die digitale Taschengeldbörse“
- Arbeitswelt: Henry Theo Wittkop, Maximiliane Falke, Moritz Vogt, Gymnasium Holthausen, „AI Ready: Fit für die digitale Welt“
- Biologie: Annelie Sunkomat, Noah Mannino, Sternwarte Neanderhöhe, Erkrath, „Winzig, aber genial – Schwarmintelligenz im Ameisenstaat und anthropogene Systeme“
- Chemie: Oliver Westdickenberg, Städtisches Einhard-Gymnasium Aachen, „Ibuprofen mit gastrointestinaler Verträglichkeit: Prodrug-Design und Wirkstoffmodellierung“
- Geo-und Raumwissenschaften: Matti Pardon, Elisa Diedrich, Ida Lemkau, Annette-von-Droste-Hülshoff Gymnasium Münster, „Eine Untersuchung von Mizar A mit den NRES-Spektrographen“
- Mathematik/Informatik: Victor Gurbani, Deutsche Schule Madrid, „Empirische Musikalische Kartographie: Landschaft harmonischer und melodischer Stile“
- Physik: Qingyan Li, Gymnasium am Moltkeplatz,Krefeld, „Das paradoxe fallende Seil: Wenn klassische Mechanik plötzlich überraschend wird“
- Physik: Tim Kammel, Engelbert-Kaempfer-Gymnasium, Lemgo, „Wie tickt eine Sanduhr? oder: Über die Genauigkeit von Sanduhren und deren Mechanik“
- Technik: Tim Justus Löffler, Gymnasium Essen-Werden, „StageTrack – Ultraweitband-Tracking auf Bühnen“
- Technik: Jonte Puschmann, Berufskolleg Rheine des Kreises Steinfurt, „Velopropter“
Diese Gewinnerinnen und Gewinner erhielten damit ihre Tickets für die Teilnahme am Bundeswettbewerb, der vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach stattfinden wird.
Fachlicher Partner des NRW-Landeswettbewerbs „Jugend forscht“ ist auch in diesem Jahr das Exzellenzcluster RESOLV. Dr. Klaus Engel, Mitglied des Advisory Boards von RESOLV und Mitglied des Hochschulrates der RUB, zeichnete Noah Krüger und Julius Rüdiger für ihre herausragenden Leistungen im Themenbereich Solvation Science für ihr Projekt „Abkehr von Lithium- Der Natrium Feststoffakku“ (Marienschule der Ursulinen, Bielefeld) mit dem RESOLV-Sonderpreis aus.
Landeswettbewerb „Jugend forscht“
Landeswettbewerb „Jugend forscht“