Lara Marson, Doktorandin am Lehrstuhl für Angewandte Mikrobiologie, untersucht, welche natürlichen Derivate von Calcimycin durch Wildtyp- und Mutantenstämme unter unterschiedlichen Kultivierungsbedingungen produziert werden.

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Mikrobiologie

Piraterie unter Mikroben

Bakterien brauchen Eisen für ihr Wachstum. Kommen sie aus eigener Kraft nicht gut genug heran, beklauen sie ihre Nachbarn. Ihre Tricks lassen auf neue Antibiotika hoffen.

Im Boden gönnt man einander nichts. Bakterien und Pilze kämpfen mit harten Bandagen, vor allem dann, wenn Nährstoffe knapp oder schwer zugänglich sind. Die Methoden, mit denen die Kleinstlebewesen einander angehen, schaut sich Prof. Dr. Julia Bandow mit ihrem Team ganz genau an. Fernziel: Neue Substanzen entdecken, die sich als Antibiotika für den klinischen Einsatz eignen. Aus dem Kampf um Mikronährstoffe können sie dabei eine Menge lernen. Darüber berichtet Rubin, das Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität Bochum. 

Eisen horten oder anderen abknöpfen

„Eisen ist ein Element, das es zwar überall im Überfluss gibt“, sagt Julia Bandow. „Aber es liegt überwiegend in schlecht wasserlöslicher Form vor und ist für die Organismen deswegen nur schlecht zugänglich.“ Entsprechend haben Bakterien verschiedene Methoden entwickelt, trotzdem an Eisen heranzukommen. 

Die Königsdisziplin in der Verfügbarmachung von Eisen sind Catecholate. „Wir haben mit dem Bodenbakterium Bacillus subtilis einen wahren Spezialisten darin“, sagt Julia Bandow. „Es ist in der Lage, Catecholat-Siderophore zu bilden, die alle anderen Methoden zur Eisengewinnung übertreffen.“ Das Bakterium hortet auch Eisen für schlechte Zeiten. 

Ganz anders haushaltet einer seiner Konkurrenten, Streptomyces chartreusis. Bei Eisenmangel, wenn nur noch Catecholate helfen, klaut Streptomyces bei seinen Nachbarn. „Dazu verfügt es über Aufnahmesysteme für fremde Siderophore“, erklärt Julia Bandow. „Diese Strategie ist unter Bakterien recht verbreitet. Man findet sie auch in Bakterien, die den Menschen besiedeln.“

Ausführlicher Artikel im Wissenschaftsmagazin Rubin

Wie das Bakterium dabei vorgeht, und was das mit der Suche nach neuen Antibiotika zu tun hat, lesen Sie im ausführlichen Beitrag zum Thema im Wissenschaftsmagazin Rubin mit dem Schwerpunkt „Alles nur geklaut?“. Für redaktionelle Zwecke dürfen die Texte auf der Webseite unter Angabe der Quelle „Rubin – Ruhr-Universität Bochum“ sowie Bilder aus dem Downloadbereich unter Angabe des Copyrights und Beachtung der Nutzungsbedingungen honorarfrei verwendet werden.

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Pressekontakt

Prof. Dr. Julia Bandow
Arbeitsgruppe Angewandte Mikrobiologie
Fakultät für Biologie und Biotechnologie
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: +49 234 32 23102
E-Mail: julia.bandow@ruhr-uni-bochum.de 

Veröffentlicht

Dienstag
12. Mai 2026
13:07 Uhr

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