André K. Eckhardt wird mit dem begehrten ERC Grant ausgezeichnet.
Chemie
ERC Starting Grant für André K. Eckhardt
Reaktive Phosphorverbindungen haben die Entstehung des Lebens überhaupt erst möglich gemacht. Wo aber kamen sie her? Vielleicht aus dem Weltall? Das untersucht das Projekt 31PIRATE.
Phosphor ist ein unverzichtbarer Baustein des Lebens. Er steckt unter anderem in der DNA, der RNA und dem Energieträger ATP. Doch obwohl Phosphor auf der Erde reichlich in Form von Mineralien vorhanden ist, ist bis heute ungeklärt, woher die chemisch reaktiven Phosphorverbindungen stammten, die für die ersten Schritte zur Entstehung des Lebens benötigt wurden. „Dieses sogenannte Phosphor-Rätsel gehört zu den zentralen ungelösten Fragen der Entstehung des Lebens“, sagt Dr. André K. Eckhardt, Chemiker an der Ruhr-Universität Bochum. In seinem Projekt 31PIRATE will er herausfinden, ob die Verbindungen womöglich aus dem Weltall stammten. Dabei wird er vom Europäischen Forschungsrat im Rahmen eines Starting Grants mit knapp 2 Millionen Euro für fünf Jahre gefördert.
In seinem ERC-Projekt untersucht Eckhardt, ob reaktive Phosphorverbindungen bereits im Weltraum entstehen und nach ihrer Ankunft auf der frühen Erde an den ersten chemischen Schritten zum Leben beteiligt gewesen sein könnten. Dazu bildet er im Labor interstellare Eispartikel nach und behandelt sie mit energetischer Strahlung, wie sie auch im Weltall vorkommt. Anschließend verfolgt er, welche neuen Phosphorverbindungen entstehen und ob sie den Übergang vom interstellaren Eis in wässrige Lösung überstehen.
Mithilfe einer weltweit einzigartigen Kombination aus EPR-Spektroskopie sowie Phosphor-Kernspinresonanzspektroskopie (31P-NMR) sollen diese kurzlebigen Verbindungen erstmals direkt beobachtet und bis in wässrige Lösungen verfolgt werden. Das Projekt schlägt damit eine direkte Brücke zwischen Astrochemie und präbiotischer Chemie und soll zeigen, welche Rolle Phosphor aus dem All bei der Entstehung der ersten biologisch relevanten Moleküle gespielt haben könnte.