Repräsentieren die Studierenden der Ruhr-Universität in der europäischen Hochschulallianz UNIC: Amalia Nawrocki (links) und Alexander Lueg.

© RUB, Marquard

UNIC

„Wir arbeiten alle gemeinsam an der Zukunft unserer Universitäten“

Mit Amalia Nawrocki und Alexander Lueg gestalten zwei Studierende die Interessenvertretung der Ruhr-Universität in der europäischen Hochschulallianz UNIC – und bringen die Perspektiven von über 250.000 Studierenden ein.

Psychologiestudent Alexander Lueg engagiert sich seit Oktober 2023 als studentischer Vertreter in der internationalen Universitätsallianz „UNIC – The European University of Cities in Post-Industrial Transition“. Seit April 2026 ist Amalia Nawrocki, Studentin der Sozialwissenschaften, neu an seiner Seite. Im Interview sprechen beide über Motivation, Verantwortung und ihre Ziele für die kommenden Monate.

Alexander, du bist bereits in deinem dritten und damit letzten Amtsjahr als studentischer Vertreter aktiv. Was hat dich so lange motiviert – und gab es auch Zweifel?
Alexander Lueg: Ich würde mich generell als engagierte Person bezeichnen, die sich für die Interessen anderer einsetzt. Bei UNIC habe ich die Möglichkeit, genau das auf einer großen Bühne zu tun – für über 250.000 Studierende in der gesamten Allianz. In den letzten zweieinhalb Jahren habe ich immer wieder erlebt, dass die Stimme der Studierenden tatsächlich gehört wird. Besonders in meiner Zeit als Vorsitzender des UNIC Student Board konnte ich die studentische Perspektive auch gegenüber den Rektoraten der zehn Partneruniversitäten vertreten und konkrete Fortschritte mit anstoßen, etwa internationale Konferenzen oder ein multilaterales Erasmus-Abkommen. Natürlich gibt es auch Momente der Frustration – gerade, weil Prozesse im europäischen Kontext oft länger dauern. Aber am Ende arbeiten wir alle gemeinsam an der Zukunft unserer Universitäten. Das motiviert mich.

Amalia, du bist neu in dieser Rolle. Was hat dich dazu bewogen, dich als studentische Vertreterin für UNIC zu bewerben?
Amalia Nawrocki: Auf die Stelle bin ich ursprünglich durch eine Freundin aufmerksam geworden. Im Bewerbungsprozess habe ich dann schnell gemerkt, wie sehr mich die Idee hinter UNIC begeistert. Gleichzeitig war ich überrascht, wie viele Angebote ich selbst bisher verpasst habe, weil ich wenig darüber wusste. Ich glaube, das geht vielen Studierenden so. Genau deshalb ist es mir ein großes Anliegen, die Möglichkeiten sichtbarer und zugänglicher zu machen, damit möglichst viele davon profitieren können.

Was macht diese Aufgabe für euch besonders – und was gehört konkret dazu?
Nawrocki: Für mich ist das kein klassischer Studentenjob, sondern eine Aufgabe, hinter der ich wirklich stehe. UNIC bietet enorme Chancen, den eigenen Horizont zu erweitern – akademisch und persönlich. Wir setzen uns dafür ein, diese Angebote möglichst niedrigschwellig zugänglich zu machen, die Interessen der Studierenden einzubringen und aktiv an der Weiterentwicklung der Allianz mitzuwirken.

Lueg: Genau, es geht viel um Vermittlung: Wir tragen Anliegen der Studierenden in die Gremien und sorgen gleichzeitig dafür, dass Informationen und Angebote bei den Studierenden ankommen. Diese Schnittstellenfunktion ist zentral.

Alexander, mit Amalia hast du nun Unterstützung bekommen. Was erwartest du von der Zusammenarbeit?
Lueg: Ich freue mich sehr, dass Amalia dabei ist. Ich bin überzeugt, dass wir uns gut ergänzen werden. Mir ist wichtig, dass sie ihre eigenen Perspektiven und Ideen einbringt und die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre weiterentwickelt. Grundsätzlich kann ich allen Studierenden mitgeben: Nutzt die Chance, eure Universität mitzugestalten. Auch wenn das System groß wirkt, kann man wirklich etwas bewegen.

Amalia, worauf freust du dich in deiner neuen Rolle am meisten?
Nawrocki: Besonders auf die Zusammenarbeit mit den Studierenden, dem UNIC Student Board und den UNIC Student Ambassadors an der RUB. Ich finde es spannend, neue Ideen einzubringen, die Bedürfnisse der Studierenden kennenzulernen und diese konkret umzusetzen. Es motiviert mich, gemeinsam etwas zu gestalten und zu sehen, was daraus entsteht.

Ambassadors

Noch bis zum 26. April 2026 können sich RUB-Studierende als UNIC Student Ambassadors bewerben. Die nächste Chance besteht erst wieder zu Beginn des Wintersemesters 2026/27. 

Welche Themen stehen bei euch in den kommenden Monaten im Fokus?
Lueg: Nach der Einarbeitung – die bei UNIC aufgrund der Größe und Komplexität etwas Zeit braucht – liegt unser Schwerpunkt vor allem auf der stärkeren Sichtbarkeit von UNIC an der RUB. Dabei unterstützen uns seit einigen Semestern unsere ehrenamtlichen UNIC Student Ambassadors an der RUB. Ihnen wollen wir mehr Möglichkeiten bieten, sich international zu vernetzen – durch Treffen mit anderen Student Ambassadors. Mitte April haben wir beispielsweise unsere belgische Partneruniversität in Liège besucht und uns dort persönlich mit Studierenden aus Belgien und den Niederlanden ausgetauscht – das war ein echtes Highlight!

Über UNIC

UNIC – The European University of Cities in Post-Industrial Transition ist ein internationaler Zusammenschluss von zehn europäischen Universitäten, die sich gemeinsam der Förderung der studentischen Mobilität und der Etablierung eines europaweiten Campus verschrieben haben.

Neben der Ruhr-Universität gehören Universitäten aus Bilbao, Cork, Istanbul, Liège (Lüttich), Łódź, Malmö, Oulu, Rotterdam und Zagreb zur UNIC-Hochschulallianz. Gefördert wird die „Europäische Hochschule“ UNIC von der Europäischen Kommission im Rahmen einer Leitinitiative der europäischen Hochschulstrategie.

Veröffentlicht

Donnerstag
23. April 2026
13:47 Uhr

Von

Jasmin Hihat

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