In Kleingruppen können Studierende intensiv mit den Teilnehmenden an ihren Deutschkenntnissen arbeiten.
Sommerschule Deutsch als Zweitsprache
Lernen mit allen Sinnen
Zum elften Mal unterrichten Lehramtsstudierende in den Sommerferien neu zugewanderte Kinder und integrieren Deutschübungen in naturwissenschaftliche Experimente oder geisteswissenschaftliche Projekte.
Die Sommerschule Deutsch als Zweitsprache an der Ruhr-Universität in Zahlen: 92 Schülerinnen und Schüler zwischen 11 und 19 Jahren aus 26 Herkunftsländern, die erst vor kurzem nach Deutschland gekommen sind, verbringen drei Wochen ihrer Sommerferien an der Universität. 16 Lehramtsstudierende betreuen und unterstützen sie beim Lernen der deutschen Sprache.
Der Unterricht ist projekt- und handlungsorientiert, sodass das Lernen mit allen Sinnen großgeschrieben wird und unterschiedliche Projekte wie die Erstellung von Kochrezepten, Versuchsbeschreibungen oder Erklär-Videos auf dem Stundenplan stehen.
In einem Workshop lernten die Teilnehmenden, aus Lebensmitteln Farben zu gewinnen, und erweiterten so spielerisch ihren Wortschatz zum Thema Obst und Gemüse.
Zeinab Jafari studiert Mathe und Chemie auf Lehramt. Während der Vorbereitung auf die Sommerschule hat sie sich erstmalig auch mit der Frage beschäftigt, wie sie das Erlernen der deutschen Sprache in ihren zukünftigen Fachunterricht einbauen kann. „Ich musste selber als Schülerin Deutsch lernen und kann daher gut nachvollziehen, mit welchen Herausforderungen unsere Teilnehmenden zu kämpfen haben. Umso schöner ist es zu sehen, wie alle von ihnen in dieser kurzen gemeinsamen Zeit hier gewachsen und selbstbewusster geworden sind.“
Intensive Vorbereitung und Begleitung
Auf die Arbeit mit den Teilnehmenden haben die Studierenden sich ein Semester vorbereitet. In Seminaren haben sie die Grundlagen der Zweitsprachendidaktik, Sprachstandsdiagnostik, Materialentwicklung sowie Themen wie rassismuskritische Unterrichtspraxis, asyl- und aufenthaltsrechtliche Fragen und Traumapädagogik erarbeitet. Sie lernten die Schülerinnen und Schüler vor Beginn der Sommerschule bei einer Sprachstandserhebung kennen, die sie eigenständig durchführten.
Ceyda Sümbül, Physik- und Chemiestudentin betreut mit Jafari eine Schülergruppe und hat gemeinsam mit ihr das dreiwöchige Programm vorbereitet. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Kinder auch Ferien haben. Wir haben daher auch versucht, möglichst viele Ausflüge einzuplanen wie etwa zur Feuerwehr - alle verbunden mit dem Ziel, den alltags- und schulsprachlichen Wortschatz der Kinder zu erweitern und zu verbessern.“
Die beiden Studentinnen sind durch die Teilnahme an der Sommerschule in ihrem Wunsch bestärkt, später als Lehrkraft zu arbeiten: „Die Zeit mit unser kleinen Klassengemeinschaft war anstrengend und intensiv, aber auch für uns super lehrreich. Schade, dass die drei Wochen so schnell vorbei gegangen sind.“