Der nächtliche Blick auf die Erde erfasst anhand der künstlichen Lichtemissionen die menschlichen Aktivitäten auf der östlichen Hemisphäre des Planeten. Das Bild basiert auf Satellitenaufnahmen, die in den vergangenen zehn Jahren täglich aufgenommen wurden, und bildet die Dynamik der nächtlichen menschlichen Aktivitäten ab: Goldene Bereiche weisen eine Zunahme der Helligkeit auf, violette Bereiche eine Abnahme und weiße Bereiche beides.
Geografie
Satelliten erfassen den leuchtenden Puls der menschlichen Zivilisation
Die Corona-Lockdowns und die Energiesparmaßnahmen aufgrund es Ukraine-Kriegs haben Europa sichtlich gedimmt. Das zeigt eine neue Auswertung von Satellitendaten.
Aus großer räumlicher und zeitlicher Entfernung betrachtet nimmt das nächtliche Leuchten bewohnter Bereiche der Erde stetig zu. Wie schwankend dieses Leuchten in Wirklichkeit ist, hat ein Forschungsteam der University of Connecticut gemeinsam mit der NASA und weiteren Forschenden in den USA und Deutschland anhand einer neuen Analyse von Satellitendaten gezeigt. „Zum ersten Mal wurden zu diesem Zweck auf globaler Ebene tägliche Satellitenbilder verwendet“, sagt Prof. Dr. Christopher Kyba, Professor für Nachtlichtfernerkundung an der Ruhr-Universität Bochum, der an der Studie beteiligt war. Die Daten zeigen erneut, dass die Lichtemissionen insgesamt zwar zugenommen haben. Doch die wichtigste neue Erkenntnis ist, dass Schwankungen sehr häufig vorkommen und nicht nur auf globale Faktoren wie die COVID-19-Lockdowns oder den Krieg in der Ukraine zurückzuführen sind. Die Forschenden berichten in der Zeitschrift Nature vom 8. April 2026.