Unzählige Sterne: Dieses Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem von Euclid beobachteten Bereich des galaktischen Zentrums. Der zentrale Bereich unserer Milchstraße ist eine riesige, dicht gepackte Struktur, die hauptsächlich aus alten, kühleren Sternen besteht, erkennbar an der charakteristischen gelben Farbe.
Weltraummission Euclid
So voll ist es im Zentrum der Milchstraße
Neue spektakuläre Bilder von der Euclid-Mission: Das Weltraumteleskop hat das größte und detailreichste Foto vom Zentrum unserer Heimat-Galaxie aufgenommen, das je gemacht wurde.
Mehr als 60 Millionen Sterne hat das Weltraumteleskop Euclid in einem Bild festgehalten. 26 Stunden lang beobachtete es im März 2025 das vollgepackte Zentrum unserer Milchstraße. Im Juni 2026 hat die Europäische Weltraumorganisation ESA das Bild veröffentlicht. Astronominnen und Astronomen wollen damit nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems suchen.
Diese sechs Gigapixel umfassende Ansicht des galaktischen Zentrums ist das größte hochauflösende Foto, das jemals vom Zentrum unserer Milchstraße im sichtbaren Licht gemacht wurde. Es wurde am 23. März 2025 vom Weltraumteleskop Euclid der Europäischen Weltraumorganisation ESA aufgenommen. Diese Version zeigt den gesamten Vermessungsbereich, ein Mosaik aus drei mal drei Bildern. Die Aufnahme wurde im Vergleich zur Himmelsprojektion gegen den Uhrzeigersinn gedreht: Norden ist links und Osten unten.
Normalerweise schaut Euclid allerdings nicht ins Zentrum der Milchstraße, sondern in die Tiefen des Dunklen Universums: Mithilfe des Weltraumteleskops arbeitet ein internationales Forschungskonsortium – darunter der Bochumer Kosmologe Prof. Dr. Hendrik Hildebrandt – daran, die versteckten Einflüsse von Dunkler Energie und Dunkler Materie auf das Weltall zu ergründen.
Ich bin immer wieder begeistert über die Schärfe und den Detailreichtum der Euclid-Aufnahmen.
„Ich bin immer wieder begeistert über die Schärfe und den Detailreichtum der Euclid-Aufnahmen. Zwar meiden wir Kosmologen das Zentrum unserer Milchstraße eher, weil es dort zu voll ist, um mit unseren Methoden Ergebnisse erzielen zu können. Aber diese Aufnahmen zeigen sehr schön, was auch in anderen Teilgebieten der Astronomie durch solch ein hervorragend designtes und funktionierendes Weltraumteleskop möglich ist“, sagt Hendrik Hildebrandt.
Die Euclid-Mission ist im Juli 2023 gestartet; die wissenschaftlichen Beobachtungen laufen seit Februar 2024. Sechs Jahre lang wird das Weltraumteleskop die Formen, Entfernungen und Bewegungen von Milliarden Galaxien beobachten und dabei in bis zu zehn Milliarden Lichtjahre Entfernung schauen. 2.000 Forschende von 300 verschiedenen Einrichtungen sind in das Projekt involviert. 2027 dürfte es für das Bochumer Team um Hendrik Hildebrandt besonders spannend werden: „Dann erwarten wir die ersten kosmologischen Ergebnisse, an denen wir in Bochum leitend beteiligt sind“, blickt er voraus.