Im Bild zu sehen ist die Visualisierung der Milchstraße und ihrer Magnetfelder über dem IceCube-Neutrino-Observatorium am geografischen Südpol.

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Hochschulübergreifende Forschung

Neues Förderformat ist erfolgreich gestartet

Nach der Neuausrichtung des Förderprogramms MERCUR in der Universitätsallianz Ruhr fällt die Resonanz aus den Universitäten überwältigend aus.

Gewandelt haben sich die Steuerungs- und Entscheidungsstrukturen, geblieben ist die Absicht hinter MERCUR: Hochschulübergreifend werden in den Linien Projekt- und Strukturförderung Kooperationen innerhalb der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) gefördert. Ziel ist es, die Zusammenarbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weiter zu verfestigen. Dafür stellen die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund und die Universität Duisburg-Essen gemeinsam die Fördermittel zur Verfügung.

In der ersten Förderrunde nach der Neuausrichtung war die Resonanz aus den drei Universitäten überwältigend. In der Linie Projektförderung sind 65 Antragsskizzen eingegangen – so viele wie nie zuvor. Dieser Rekord zeigt eindrucksvoll den Bedarf und die Sinnhaftigkeit von MERCUR. Aus der Vielzahl der Skizzen wurden im Juni 2025 13 Vorhaben zum Vollantrag aufgefordert. Die Vollanträge wurden durch externe Gutachten evaluiert. Im Dezember 2025 hat das Executive Board auf Empfehlung der Prorektorinnen und Prorektoren für Forschung entschieden, acht Projekte zu fördern. Dafür gibt es insgesamt mehr als 2 Millionen Euro – ebenfalls ein Rekord.

Fachlich und strategisch gute Entscheidung

Die Rektoren Martin Paul und Manfred Bayer und die Rektorin Barbara Albert zeigen sich zum Abschluss des ersten Jahres, in dem MERCUR gänzlich in der Hand der UA Ruhr liegt, erfreut: „Wir sind stolz auf die Vielzahl innovativer, kooperativer Projekte, die von unseren Forschenden initiiert wurden. Diese Entwicklung bestätigt, dass die Entscheidung, MERCUR in unseren eigenen Strukturen fortzuführen, fachlich wie strategisch richtig war. Mit großem Interesse erwarten wir die Ergebnisse der laufenden Forschungsvorhaben und blicken erwartungsvoll auf weitere Projektideen in der kommenden Ausschreibungsrunde.“

Acht geförderte Projekte

Die Themen der aktuellen Förderrunde sind vielfältig, sie reichen vom Einsatz von KI in der biomedizinischen Forschung über den Einfluss des Klimawandels auf das Grundwasser bis hin zur Erforschung digitaler Medienkulturen. Gefördert werden im Einzelnen diese Projekte:

  • Deep Bayes for Biomedicine
  • NanoFlow – Sustainable production of nanoparticles with tailor-made properties combining continuous dynamic micromixing and slug flow technology
  • Trustworthy and Robust Anomaly-detection in Clinical Environments (TRACE)
  • Climate Change threats to drinking water sources: effects of increasing river flooding on groundwater flow and quality
  • Feministische Zines und globale DIY-Kulturen: Aushandlungen sexualisierter Gewalt zwischen Protest- und Massenkultur
  • Hochauflösende Halbleiterdetektoren für die Protonentherapie
  • Human-zentrierte Gestaltung fairer Mensch-Roboter-Teams
  • Zwischen Genießen und Gewissen – Rezeptions- und Lernerfahrungen angesichts dynamisierter digitaler Medienkulturen

Ausbau des RAPP-Centers als Strukturförderung

In der Linie Strukturförderung wurde die Erweiterung des RAPP-Centers genehmigt. RAPP steht für Ruhr Astroparticle and Plasma Physics. Die Forschenden aus dem RAPP-Center rund um Prof. Dr. Julia Tjus (Bochum), Prof. Dr. Wolfgang Rhode (Dortmund) und Prof. Dr. Gerhard Wurm (Duisburg-Essen) haben in einem intensiven Prozess Perspektiven und Ideen für die Zukunft erarbeitet, um das Center inhaltlich weiter auszubauen und strukturell weiterzuentwickeln. Zentrales Ziel ist die Vergrößerung der thematischen Breite in Forschung und Lehre, um weitere koordinierte Programme zu ermöglichen und die Ausbildung auf höchstem Niveau für regionale, nationale und internationale Studierende attraktiv zu machen.

Start der nächste Ausschreibungsrunde

Die Ausschreibungsrunde für die MERCUR-Projektförderung 2026 startet am 11. Februar. Deadline für die Einreichung der Skizzen ist der 23. März. Die aktualisierte Leitlinie sowie weitere Informationen gibt es hier.

Zur Einrichtung

2010 hat die Stiftung Mercator zusammen mit den drei Universitäten der UA Ruhr das Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) gegründet. In dieser Form war MERCUR eine einzigartige Fördereinrichtung mit dem Ziel, kooperative Projekte der Partneruniversitäten in Forschung, Lehre und Verwaltung zu fördern. Die bisherige Erfolgsbilanz ist imposant: 60 Millionen Euro für über 300 geförderte Projekte in 15 Jahren, aus denen zahlreiche Sonderforschungsbereiche und Graduiertenkollegs sowie ein Exzellenzcluster hervorgegangen sind. Ende 2024 hat die Stiftung Mercator ihr Engagement beendet und das Executive Board der UA Ruhr hat beschlossen, MERCUR in die UA Ruhr zu integrieren.

Veröffentlicht

Donnerstag
05. Februar 2026
11:16 Uhr

Von

UA Ruhr

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