Ministerin Ina Brandes überreicht die Finanzierungszusage an die Rektoren Martin Paul (links) und Manfred Bayer.

© Martina Hengesbach / TU Dortmund

Zukunftsmaterialien

Neues Analyselabor für das „Ruhr Innovation Lab“ entsteht in Dortmund

Die Landesregierung finanziert den Aufbau aus Mitteln des NRW-Plans für gute Infrastruktur mit rund 50 Millionen Euro.

Am Campus Nord der TU Dortmund entsteht in einer alten Versuchshalle ein neues Labor: Künftig sollen auf 1.200 Quadratmetern neuartige Materialien – etwa für nachhaltige Energieanwendungen – analysiert werden. Diese werden im Ruhr Innovation Lab erforscht, zu dem sich die TU Dortmund und die Ruhr-Universität Bochum im Zuge der Exzellenzstrategie zusammengeschlossen haben. Am 11. Mai 2026 überreichte Ministerin Ina Brandes den Rektoren Prof. Dr. Manfred Bayer und Prof. Dr. Martin Paul die Finanzierungszusage.

Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, sagte im Rahmen der Übergabe: „Wir investieren das Geld aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur konsequent in die großen Zukunftsthemen und die hervorragende Ausstattung unserer Hochschulen. Im weltweit einmaligen Analyselabor entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nachhaltige Materialien, die sich in alltäglichen Produkten aller Lebensbereiche wiederfinden werden. Gleichzeitig schaffen wir beste Arbeitsbedingungen für die Forscherinnen und Forscher des Ruhr Innovation Lab, dem angestrebten Exzellenzverbund der TU Dortmund und der Ruhr-Universität Bochum. Denn exzellente Forschung und Lehre brauchen eine exzellente Infrastruktur.“

„Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“

Aus dem Investitionspaket „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“ der Landesregierung fließen rund 45 Millionen Euro in den Aufbau des Labors. Die TU Dortmund beteiligt sich mit einem Eigenanteil in Höhe von 4,6 Millionen Euro. Dabei soll vorhandene Infrastruktur nachhaltig genutzt werden. Da die Dortmunder Elektronenspeicherringanlage DELTA nach über 30 Jahren erfolgreicher Nutzung planmäßig zum Ende des Jahres 2026 stillgelegt wird, ergibt sich die Möglichkeit, das Gebäude für künftige Forschungsaufgaben neu zu entwickeln. Hier werden zehn neue Einzellabore entstehen, deren Großgeräte und Ausstattung den Arbeitsgruppen des Ruhr Innovation Lab in Dortmund und Bochum zur Verfügung stehen werden.

Neue Materialien mit besonderen Funktionalitäten

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Dortmund und der Ruhr-Universität Bochum treiben in einem von insgesamt vier exzellenten Forschungsschwerpunkten des Ruhr Innovation Lab gemeinsam Innovationen in den Materialwissenschaften voran: Sie nutzen datengetriebene Methoden und Künstliche Intelligenz, um neue Materialien mit besonderen Funktionalitäten zu entwickeln. Diese werden dringend benötigt, etwa als verlustarme Supraleiter oder für Energieumwandlungsprozesse in der Photovoltaik. Materialien, die in den Vorhersage-Modellen besonders vielversprechend sind, werden aufwendig synthetisiert und dann mit Laser-Spektroskopie analysiert.

Das neue Analyselabor wird einen solch hohen Durchsatz ermöglichen, dass die Ergebnisse direkt wieder in die verfeinerte Vorhersage und angepasste Synthese eingespeist werden können. Dadurch entsteht ein kontinuierlicher „Feedback-Loop“, durch den die Materialien zügig eine Qualität erreichen können, die sie für weitere grundlagenwissenschaftliche Untersuchungen und vor allem für Anwendungen relevant macht.

Aus der Grundlagenforschung in die Anwendung

„Im Ruhr Innovation Lab planen wir Forschungsinfrastrukturen gemeinsam und kombinieren hier die Stärken beider Universitäten im Bereich der Materialwissenschaften, um neuartige Materialien schneller aus der Grundlagenforschung in die Anwendung zu bringen. Für digitale Technologien benötigt unsere Gesellschaft beispielsweise neue Halbleiter aus Rohstoffen, die auf dem Weltmarkt langfristig gut verfügbar sind“, sagte Prof. Dr. Martin Paul, Rektor der Ruhr-Universität. „Hier kann das neue Analyselabor einen wichtigen Beitrag leisten. Unseren Wissenschaftler*innen wird damit ein international herausragendes Spektrum an Laseruntersuchungsmethoden zur Verfügung stehen. Auch externe Nutzer*innen könnten künftig von den neuen Einrichtungen profitieren, die wir perspektivisch zu einem europäischen Referenzlabor ausbauen möchten“, sagte Prof. Dr. Manfred Bayer, Rektor der TU Dortmund.

Kooperation innerhalb der Universitätsallianz Ruhr

Das neue gemeinsame Labor ist an der Fakultät Physik der TU Dortmund angesiedelt. Die Dortmunder Physikerinnen und Physiker kooperieren hier nicht nur im Ruhr Innovation Lab mit Arbeitsgruppen der RUB, sondern auch im Research Center Future Energy Materials and Systems der Universitätsallianz Ruhr. In diesem Research Center, das ebenfalls vom Land gefördert wird, bündeln die RUB, die TU Dortmund und die Universität Duisburg-Essen ihre internationale Spitzenforschung, um hochleistungsfähige Funktionsmaterialien zu entwickeln, ihre grundlegenden Eigenschaften zu verstehen, die Prozesse ihrer Herstellung zu optimieren und sie schließlich in die Anwendung zu bringen. In Zukunft können diese Gruppen das neue Labor für ihre Forschung nutzen.

Veröffentlicht

Dienstag
12. Mai 2026
11:03 Uhr

Von

Lena Reil (TU Dortmund)
Jens Wylkop (jwy)

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