Judith Ricken (Mitte) und Chris Katzenberg (rechts) nehmen den Preis von einer UNIC-Mitarbeiterin der Koç University Istanbul entgegen.
UNIC
Europäische Auszeichnung für Bochumer Projekt gegen Rassismus
Der UNIC Best CityLabs Award 2026 würdigt das Kooperationsprojekt der Ruhr-Universität, der Stadt Bochum und zivilgesellschaftlicher Partner.
Ein transdisziplinäres Lehr- und Forschungsprojekt der Ruhr-Universität Bochum zu kultureller Vielfalt, Integration und Rassismus (aus dem Jahr 2023) ist mit dem UNIC Best CityLabs Award 2026 ausgezeichnet worden. Das Projekt „Cultural Diversity, Integration and Anti-Racism“ entwickelte gemeinsam mit der Stadt Bochum, Studierenden und zivilgesellschaftlichen Organisationen neue Perspektiven für den Umgang mit Vielfalt, Antidiskriminierung und institutionellem Rassismus.
Die Auszeichnung wurde im Rahmen der europäischen Hochschulallianz UNIC vergeben, der die Ruhr-Universität Bochum als Gründungsmitglied angehört. Die Verleihung des Preises fand Mitte Juni während der UNIC Thematic Conference 2026 in Istanbul statt. Für das Projektteam nahmen Dr. Judith Ricken, Stellvertretende Dezernentin an der Ruhr-Universität Bochum und Leiterin der Abteilung „Hochschulentwicklung und Gremien, Hochschul- und Fakultätsentwicklung“, und Chris Katzenberg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum und Programm-Manager für den Joint-Master-Studiengang Superdiversity in Education, Organisations and Society (SEOS), den Preis entgegen.
Forschung gemeinsam mit Stadtgesellschaft
Geleitet wurde das CityLab von Prof. Dr. Sandra Aßmann, Dr. Catharina Keßler und Dr. Daniel Schumann von der Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaft. Gemeinsam mit dem UNIC-Team der Ruhr-Universität Bochum, der Stadt Bochum und der Hochschulgruppe Amnesty International entwickelten sie ein Format, das Forschung, Lehre und gesellschaftliches Engagement miteinander verbindet. Ausgangspunkt war die Frage, wie große öffentliche Institutionen mit Diskriminierung und Rassismus in ihren eigenen Strukturen umgehen und wie sie Ausgrenzung vorbeugen können. Dabei arbeiteten Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung, universitäre Einrichtungen, Studierende und Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft eng zusammen.
Studierende als Forschende
Das CityLab bestand aus mehreren aufeinander aufbauenden Phasen: einer Dialogveranstaltung mit Stadtverwaltung und Ruhr-Universität Bochum, einem forschungsorientierten Seminar sowie einer öffentlichen Abschlussveranstaltung. Basierend auf den Erkenntnissen aus dem Dialog entwickelten Studierende eigene Forschungsfragen, führten Interviews mit Expertinnen und Experten, erarbeiteten Handlungsempfehlungen für die Praxis und präsentierten ihre Ergebnisse. Begleitet wurde diese Präsentation von einer Paneldiskussion sowie mehreren Workshops.
„Wir fühlen uns geehrt, den UNIC CityLabs Award für unser gemeinsames Projekt zu erhalten. Besonders wertvoll war für uns als Forschende die enge Zusammenarbeit zwischen Studierenden, Stadtverwaltung und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Die unterschiedlichen Perspektiven haben sowohl den Prozess als auch die Ergebnisse erheblich bereichert. Es ist beeindruckend zu sehen, was entstehen kann, wenn Lehren und Lernen den klassischen Universitätsraum verlassen und Studierende sowie Akteurinnen und Akteure außerhalb der Wissenschaft den Prozess aktiv mitgestalten“, betonen Sandra Aßmann, Catharina Keßler und Daniel Schumann.
Nachhaltige Wirkung für Bochum
Nach Einschätzung der Jury zeigt das Projekt beispielhaft, wie Hochschulen und Städte gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen bearbeiten können. Das CityLab habe nicht nur neue Dialogräume geschaffen, sondern auch langfristige Kooperationen zwischen Universität, Stadtverwaltung und weiteren Partnern angestoßen. Erkenntnisse aus dem Projekt flossen bereits in die Weiterentwicklung kommunaler Antidiskriminierungsmaßnahmen ein.
Die Auszeichnung wird von der europäischen Hochschulallianz UNIC (European University of Cities in Post-Industrial Transition) vergeben. Mit den „UNIC CityLabs“ werden innovative Projekte gefördert, in denen UNIC-Universitäten gemeinsam mit Städten und gesellschaftlichen Akteuren Lösungen für aktuelle urbane Herausforderungen entwickeln.
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