Ulf Eysel feierte im Sommer 2026 ein besonderes Jubiläum.
100 Semester Lehre
Ein Apfelbaum für Ulf Eysel
Ulf Eysel erreicht im Sommersemester 2026 ein besonderes Lehrjubiläum: 100 Vorlesungssemester ist er als Professor für Physiologie in der akademischen Lehre tätig.
Mit einer kleinen Feier an der Streuobstwiese hat die Ruhr-Universität Bochum Prof. Dr. Ulf Eysel für sein langjähriges Wirken in Forschung, Lehre und akademischer Selbstverwaltung gedankt. Im Sommersemester 2026 absolvierte er sein 100. Vorlesungssemester. Zu diesem Anlass widmete ihm die Uni einen Apfelbaum im Botanischen Garten. Rektor Prof. Dr. Martin Paul, Forschungsprorektor Prof. Dr. Günther Meschke und Dekanin Prof. Dr. Andrea Tannapfel nahmen gemeinsam mit weiteren geladenen Gästen an der Feier Mitte Juli teil.
Von Duisburg-Essen nach Bochum
Seit 1976 lehrte und forschte Ulf Eysel an der Universität Duisburg-Essen und kam 1987 an die Ruhr-Universität Bochum, wo er den Lehrstuhl für Neurophysiologie innehatte. Auch nach seiner Emeritierung ist er der Ruhr-Universität als Seniorprofessor weiterhin verbunden.
Als Neurophysiologe erforscht Ulf Eysel, wie das Gehirn Sinneseindrücke verarbeitet. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf den neuronalen Mechanismen des Sehens und der Plastizität des Gehirns. Mit seinen Forschungen trug er wesentlich zum Verständnis der Funktion und Anpassungsfähigkeit des visuellen Kortex bei. Unter anderem konnte er zeigen, dass sich Nervenzellen im visuellen Kortex auch nach Schädigungen der Netzhaut reorganisieren können – ein Mechanismus der Selbstreparatur und Hinweis darauf, wie formbar selbst das erwachsene Gehirn ist.
Mehrfach ausgezeichnet
Für seine wissenschaftliche Arbeit wurde Ulf Eysel mehrfach ausgezeichnet. 1994 erhielt er den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seit 2008 ist er Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Sein wissenschaftliches Werk umfasst mehr als 200 Originalarbeiten in internationalen Fachzeitschriften.
Die Entwicklung der Neurowissenschaften an der Ruhr-Universität hat Ulf Eysel über viele Jahre mitgeprägt. Er war Sprecher der Forschungsgruppe „Neurobiologie des visuellen Systems“ und des nachfolgenden Sonderforschungsbereichs „Neuronale Mechanismen des Sehens – Neurovision“ sowie Mitbegründer der International Graduate School of Neuroscience. Darüber hinaus engagierte er sich in der akademischen Selbstverwaltung, unter anderem als Dekan und Forschungsdekan der Medizinischen Fakultät sowie als Prorektor für Forschung der Ruhr-Universität Bochum.
Der Apfelbaum im Botanischen Garten steht für 100 Vorlesungssemester als Professor für Physiologie und Ulf Eysels langjähriges Engagement für Forschung, Lehre und wissenschaftlichen Nachwuchs.