Metaphern in Religionen stehen im Mittelpunkt des Sonderforschungsbereichs.

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Bewilligung

Sonderforschungsbereich „Metaphern der Religion“ wird weitergefördert

Neben textlichen Metaphern rücken in der zweiten Förderphase Bilder, Objekte und Aufführungen in den Fokus. 

Ob „Weg“, „Licht“ oder „Herz“: Religionen kommunizieren wesentlich durch Metaphern, da das Transzendente nicht direkt ausdrückbar ist. Geleitet von dieser Grundidee hat der Sonderforschungsbereich 1475 „Metaphern der Religion“ zahlreiche Sprachen und religiöse Traditionen der vergangenen rund 4.000 Jahre analysiert. Diese Arbeit können die Forschenden des an der Ruhr-Universität Bochum koordinierten Verbundes fortsetzen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligte die Weiterförderung für 3,5 Jahre. Neben Texten rücken in der zweiten Förderphase auch Bilder und Artefakte sowie neben etablierten Religionen auch Religionsparodien ins Blickfeld. 

Innovative Methoden und digitale Tools

Die Forschenden konnten in den ersten 4,5 Jahren durch den Vergleich über die Kulturen hinweg verschiedene wiederkehrende Metaphern identifizieren. Sie bauten als gemeinsame digitale Infrastruktur ein Repositorium für alle untersuchten Texte auf, entwickelten Annotationstools und den „Thesaurus religiöser Metaphern“. „Wir freuen uns über diese integrale Zusammenarbeit in unserem Verbund“, sagt Sprecher Prof. Dr. Volkhard Krech vom Centrum für Religionswissenschaftliche Studien CERES der Ruhr-Universität Bochum. Daneben arbeiteten die Forschenden auch methodisch innovativ, indem sie klassische hermeneutische Ansätze mit digitalen und korpuslinguistischen Methoden verbanden. Letztere erlauben zum Beispiel die automatisierte Durchsuchung digital vorliegender Texte nach bestimmten Begriffen und nach statistischen Bezügen zu anderen Wörtern, die in deren Kontext auftauchen. 

Ziele der nächsten Förderperiode

In der zweiten Förderphase, die am 1. Juli 2026 beginnt, will das Team diese Verfahren ausbauen und die Perspektive von Texten auf Bilder, Objekte und Performanzen erweitern. Um die Theorie zu vertiefen, soll die Bestimmung des Verhältnisses von sprachlichen und konzeptuellen Metaphern präzisiert werden, außerdem wollen die Forschenden Genre- und Registerfragen in ihre Arbeit einbeziehen. Dabei werden narrative Texte und andere Textformen wie Gebete im Vergleich untersucht, und die jeweilige Zielgruppe von Texten rückt in den Blick. In der zweiten Förderphase werden 14 inhaltliche Teilprojekte bearbeitet. 17 Forscherinnen und Forscher sowie 25 wissenschaftliche Mitarbeitende, davon zwölf Promovierende, sind im Sonderforschungsbereich beschäftigt.

Neue Themen in den Teilprojekten (Auswahl)

  • Sakrale Architektur als Metapher (Schwellen, Treppen, Übergänge)
  • Passionsspiele und schiitisches Ritualtheater (Metaphern in Aufführung und Raum)
  • Unterwelten, Schlangen und mythologische Räume als Metaphern
  • Zahlen als religiöse Metaphern
  • Parodie-Religionen und ihre Metaphorik
  • Metaphern und soziale Faktoren (Geschlecht, Status, Biografie)

Pressekontakt

Dr. Tim Karis
Centrum für Religionswissenschaftliche Studien CERES
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: +49 234 32 25492
E-Mail: tim.karis@ruhr-uni-bochum.de

Veröffentlicht

Freitag
15. Mai 2026
09:53 Uhr

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