Mittels Joystick zogen die Testpersonen verschiedene Bilder zu sich heran oder schoben sie weg. Neben den Anmeldebildschirmen von Online-Plattformen dienten neutrale Fotos wie dieses als Kontrolle.
Psychologie
Wenn Webseiten automatisch unwiderstehlich anziehen
Bestimmte Online-Inhalte wirken auf Personen mit problematischer Internetnutzung unbewusst besonders anziehend. Diese Erkenntnis könnte helfen, spezifische Trainings zu entwickeln, um die Sucht zu überwinden.
Spiele, Shopping, Social Media, Pornografie: Das Internet bietet zahlreiche Verlockungen. Während die meisten Menschen maßvoll damit umgehen, entwickeln manche ein Suchtverhalten. Eine multizentrische Studie mit über 1.000 Testpersonen mit und ohne problematisches Nutzungsverhalten zeigt: Zwar werden alle von suchtrelevanten Motiven im Internet angezogen. Bei Menschen mit problematischer Internetnutzung ist dieser automatische und unbewusste Sog jedoch deutlich ausgeprägter. „Das deutet darauf hin, dass sich spezielle Trainings entwickeln lassen, die Betroffenen helfen können, sich von solchen Reizen zu distanzieren“, sagt Prof. Dr. Martin Diers aus der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Ruhr-Universität Bochum. Die Studie wurde am 12. Mai 2026 in der Zeitschrift Journal of Behavioral Addictions veröffentlicht.