„Mutig sein und einfach machen“ lautet der Rat der Gründer von Blixdata an Gründungswillige. Von links: Phillip Schönfelder, Nick Schlichting und Benedikt Faltin.
Gründungsförderung
In Sekunden vom Papierplan zum 3D-Modell
Pläne per Hand am Computer abzeichnen? Das müssen viele Architekten viele Stunden lang tun. Noch. Denn KI hilft.
Die Firma blixdata hat eine eigene Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, die aus Scans von Bauplänen blitzschnell 3D-Modelle erzeugt, die sich dann weiterbearbeiten lassen. „Das spart unglaublich viel Zeit, in der Architekten bislang solche Pläne digital abzeichnen mussten“, erklärt Mitgründer Dr. Benedikt Faltin. Am 15. September 2026 wurde das Start-up mit dem Senkrechtstarter Award ausgezeichnet, der mit 25.000 Euro dotiert ist.
Gemeinsam mit Dr. Phillip Schönfelder hatte Benedikt Faltin in einer Forschungsarbeit die KI zur Erstellung von 3D-Bauwerksmodellen entwickelt. In ihren jeweiligen Doktorarbeiten standen Hochbauten und Brücken im Mittelpunkt. „Während des Forschungsprojekts wurden wir mehrfach darauf angesprochen, ob man diese Lösung nicht kaufen könne“, erzählt Benedikt Faltin. Das war schließlich der Zündfunke für die Gründung.
Es ist wichtig, mit vielen Leuten zu reden.
„Am Anfang wussten wir überhaupt nicht, wie das geht, ein Unternehmen zu gründen“, berichten die Ingenieure. Durch die Unterstützung der Worldfactory arbeiteten sie sich langsam heran, übten in Workshops, wie man seine Idee pitcht, nahmen an Vernetzungstreffen und Wettbewerben teil. „Es ist wichtig, mit vielen Leuten zu reden“, meint Benedikt Faltin rückblickend. Andere Start-ups, Investoren, Coaches, auch Feedback zu Wettbewerbsteilnahmen brachten hilfreiche Erkenntnisse, selbst wenn sie nicht gewonnen waren. „Wir kamen ja aus der Forschung, und unsere Vorträge waren anfangs wohl noch recht steif“, erzählt Phillip Schönfelder. „Da mussten wir uns umgewöhnen und immer mehr weglassen und vereinfachen.“
Aus einem 2D-Papierplan macht die KI ein plastisches Modell des Gebäudes, aus dem man auch die Anzahl und Größe der Räume entnehmen kann.
Das hat inzwischen so gut geklappt, dass das Team mehrere Preise gewann, darunter einen beim Kongress Data Science Ruhrgebiet. Ein EXIST-Gründungsstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und die WerkX-Förderung der Stadt Bochum unterstützen das junge Unternehmen darüber hinaus.
Unabhängige, selbst gehostete KI
„Im Moment sieht unser Arbeitstag so aus, dass unser Mitgründer Nick Schlichting und ich uns mit Kundenakquise, dem Kontakt mit Investoren und Business Angels befassen, während Phillip das Produkt weiterentwickelt“, so Benedikt Faltin. Neben Architekturbüros ist die Software auch interessant für Kommunen, Ingenieurbüros und große Infrastrukturbetreiber wie etwa die Deutsche Bahn. „Da im Bausektor um die 90 Prozent aller Pläne auf Papier oder als PDF vorliegen, ist der Bedarf sehr groß“, sind die Gründer überzeugt. Künftig planen sie, auch Baugenehmigungsprozesse durch Digitalisierung von Plänen beschleunigen zu helfen. Auch hier wird heute noch überwiegend händisch geprüft, was sehr lange dauert. „Ein großer Vorteil unserer KI ist, dass sie unabhängig von den großen Anbietern ist und wir sie selbst in Deutschland hosten.“