Viele Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden, wünschen sich, Vorsorge treffen zu können.
SALUS-Projekt
Vorlage für psychiatrische Patientenverfügung veröffentlicht
Das Team des Bochumer SALUS-Projekts erforscht Wege, um Menschen mit psychischen Erkrankungen Selbstbestimmung zu ermöglichen. Patientenverfügungen sind eine wirksame Maßnahme.
Patientenverfügungen für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen sind in Deutschland weit verbreitet, das Pendant für psychische Erkrankungen deutlich weniger. Forschende der Ruhr-Universität Bochum haben in einem wissenschaftlichen Projekt gemeinsam mit verschiedenen Stakeholdern eine Vorlage für eine psychiatrische Patientenverfügung entwickelt und diese im November 2025 frei zugänglich im Psychiatrie-Verlag veröffentlicht, zusammen mit einem Leitfaden für das Erstellen der Vorausverfügung. Die Vorlage legt besonderen Wert darauf, Menschen mit psychischen Erkrankungen Selbstbestimmung zu ermöglichen. Sie steht auf der Verlagsseite zum Download bereit.
Das Team um Anne-Sophie Gaillard und Dr. Matthé Scholten vom Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin entwickelte die Vorlage für die Patientenverfügung im SALUS-Projekt, welches das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert. Es ist die einzige existierende Vorlage in Deutschland, an deren Entstehung sowohl betroffene Menschen als auch andere zentrale Interessengruppen aktiv mitgewirkt haben.