Martina Havenith-Newen, Sebastian Kruss und Marialore Sulpizi (v.l.) arbeiten gemeinsam im Exzellenzcluster RESOLV. 

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Physikalische Chemie

Licht als Bremse

Ein Bochumer Forschungsteam hat eine unerwartete Beobachtung gemacht: Licht kann Bewegungen in der Nanowelt verlangsamen. Verantwortlich ist die Quantenreibung, ein bislang kaum verstandenes Phänomen.

Eigentlich erwartet man, dass Licht Teilchen in Bewegung setzt oder erwärmt. Doch ein interdisziplinäres Team der Ruhr-Universität Bochum hat nun das Gegenteil bewiesen. In wässriger Lösung bewegen sich fluoreszierende Kohlenstoffnanoröhren deutlich langsamer, sobald sie mit Licht bestrahlt werden. Die Diffusionskonstante sinkt dabei linear mit der Lichtintensität – ein Effekt, der auf einer direkten Kopplung zwischen Elektronen im Festkörper und den Molekülen der Flüssigkeit beruht. Das Forschungsteam um Prof. Dr. Sebastian Kruss, Prof. Dr. Marialore Sulipizi und Prof. Dr. Martina Havenith beschreibt das bislang unbekannte Phänomen in der Fachzeitschrift Nature vom 10. Juni 2026. „Diese Entdeckung der lichtinduzierten Quantenreibung verändert unser Verständnis von Grenzflächenprozessen grundlegend“, so Kruss. 

Veröffentlicht

Donnerstag
11. Juni 2026
09:16 Uhr

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