Prorektor Achim von Keudell bei der Gremienklausur zur Entwicklung des HEP

© RUB, Marquard

Interview

Wo es für die RUB langgeht

Ein neuer Hochschulentwicklungsplan legt die Richtung für die kommenden fünf Jahre fest.

Für die Jahre 2026 bis 2030 gilt ein neuer Hochschulentwicklungsplan, kurz HEP. Er legt fest, welche Ziele die Universität in dieser Zeit verfolgt. Er unterscheidet sich maßgeblich von seinen Vorgängern. Prof. Dr. Achim von Keudell, Prorektor für Struktur und Planung, erläutert das Prinzip.

Herr Prof. von Keudell, was unterscheidet die Entstehung dieses von der der bisherigen HEPs?
Der aktuelle HEP ist dieses Mal in einem sehr partizipativen Prozess entstanden. Der Senat hat die Planungsgrundsätze festgelegt, die Universitätskommission Planung, Struktur und Finanzen, kurz UKP, hat den laufenden HEP ausgewertet und Vorschläge für den neuen HEP gemacht. Auf dieser Basis wurde in einer Gremienklausur an den Zielen für den neuen HEP gearbeitet. Die Gremienmitglieder der Fakultätenkonferenz, des Senats und des Hochschulrats haben sich dazu im O-Werk getroffen, und damit auch alle Statusgruppen der Universität. Alle wurden gehört und konnten ihre Sichtweise einbringen. Auf dieser Grundlage hat das Rektorat unter Einbeziehung aller Dezernate und der UKP dann den HEP entwickelt und den Gremien im Anschluss vorgestellt.

Die Maßnahmen sind noch nicht für die gesamten fünf Jahre festgezurrt, sondern können immer wieder dynamisch angepasst werden.

Um das ganze strukturiert anzugehen, haben wir alle Themen vor dem Hintergrund einer Matrix mit sieben Handlungsfeldern aus je drei Perspektiven diskutiert, nämlich Wissenschaft, Talente und Universität. Ich gebe mal ein Beispiel: Nachhaltigkeit ist eines der Ziele. Wir haben uns gefragt: Was kann die Wissenschaft dazu beitragen? Wie profitieren die Menschen – also die Talente – von Nachhaltigkeit? Wie kann unsere Struktur, etwa unsere Gebäudeplanung, auf das Ziel Nachhaltigkeit einzahlen? An den Schnittstellen zu jedem der sieben Handlungsfelder konnten wir das Ziel und die Maßnahmen zur Zielerreichung so strukturiert durchdenken. 

Im Text des HEP sind keine einzelnen Maßnahmen aufgeführt. Warum nicht? 
Der HEP besteht erstmals, auch das ist neu, aus dem allgemeinen öffentlichen Text und einem zweiten, lebenden hochschulinternen Dokument, in dem einzelne Maßnahmen aufgeführt sind. Diese Maßnahmen sind noch nicht für die gesamten fünf Jahre festgezurrt, sondern können immer wieder dynamisch angepasst werden. So können wir am Beispiel Nachhaltigkeit verhindern, dass wir heute eine nachhaltige Flächenbewirtschaftung entwickeln, die vielleicht durch einen anderen und unvorhergesehenen Baubestand in zwei Jahren nicht mehr sinnvoll sein kann. Das gibt uns Flexibilität. 

Wie wird nachgehalten, ob die RUB die gesetzten Ziele auch erreicht? 
Das Maßnahmendokument enthält gleichzeitig ein Ampelsystem, an dem man schnell überblicken kann, welche Ziele schon umgesetzt sind, für welche wir auf einem guten Weg sind, und wo wir noch genauer hinschauen müssen. Ein- bis zweimal pro Jahr wird die Universitätskommission Planung, Struktur und Finanzen das Dokument gemeinsam anschauen und bewerten. 

Was sind für Sie die wichtigsten Punkte des HEP? 
Ein wichtiger Punkt ist zurzeit das Wechselspiel mit der Exzellenzstrategie. Sie gibt uns die Gelegenheit, die eigene Struktur zu hinterfragen und zu überdenken. Die Ideen im Antrag sind gut, ganz unabhängig von dessen Erfolg in der Exzellenzstrategie, und sie sind auch im HEP verankert, beispielsweise das Thema Karrierewege. 

Da das Maßnahmendokument lebt, können wir immer wieder neue Ideen einfließen lassen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema Ressourcenmanagement. Die äußeren Bedingungen werden nicht einfacher, trotzdem sollen natürlich alle, die hervorragende Lehre oder Forschungsarbeit leisten, optimal unterstützt werden. Wir müssen also Ressourcen flexibel steuern. Und auch die effiziente Nutzung von Ressourcen, beispielsweise durch geteilte Labore und Büros, gehört dazu. Das alles muss fair und transparent ausgehandelt werden. Auf Basis der Ziele im HEP sollte es möglich sein, sich schneller zu einigen. 

Darüber hinaus ist Internationalisierung ein wichtiger Punkt. Wir wollen mehr englischsprachige Masterangebote und einfachere Wege für internationale Studierende. Da haben die Fakultäten sehr unterschiedliche Bedarfe, aber durch eine übergreifende Betrachtung kann man bessere Unterstützungsangebote entwickeln. 

Wie kann man sich an der strategischen Planung der Ruhr-Universität beteiligen? 
Am besten über die Gremien und Kommissionen, die regelmäßig gewählt werden. Wer beim Lesen des HEP eine gute Idee hat, kann sich jederzeit über die Dekanate oder direkt per Mail bei uns melden. Da das Maßnahmendokument lebt, können wir immer wieder neue Ideen einfließen lassen. Bei der Umsetzung werden wir natürlich auch auf Expertinnen und Experten zu den einzelnen Themen zugehen. 

Veröffentlicht

Montag
27. April 2026
08:29 Uhr

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