Linda Weiss ist neu ernannte Professorin für Global Change Ecology.
Biologie
Linda Weiss erforscht Räuber-Beute-Beziehungen unter Stress
Der Klimawandel und andere menschliche Einflüsse stören die Wechselbeziehungen im Ökosystem. Wie sich das auf Süßwasser-Organismen auswirkt, möchte die neu ernannte Professorin herausfinden.
Der Klimawandel setzt unser Ökosystem unter Druck. Steigende Temperaturen und höhere CO2-Werte setzen vielen Tieren zu. Was die globalen Veränderungen für wirbellose Raub- und Beutetiere im Süßwasser bedeuten, interessiert Prof. Dr. Linda Weiss. Die neu ernannte Professorin für Global Change Ecology verstärkt seit dem 1. Januar 2026 die Fakultät für Biologie und Biotechnologie der Ruhr-Universität Bochum.
Veränderte Umweltbedingungen bedeuten häufig Stress für Tiere. Dabei geht es nicht nur um höhere Temperaturen und einen höheren CO2-Gehalt, sondern auch um den Eintrag von Stoffen durch den Menschen in die Gewässer – zum Beispiel Salz vom winterlichen Streudienst, Arzneimittel-Rückstände oder Ewigkeits-Chemikalien wie PFAS, die durch Kläranlagen nicht vollständig entfernt werden. Wie Organismen darauf reagieren und wie die Veränderungen die Wechselwirkungen von Räuber und Beute stören, erforscht Linda Weiss.
Von der molekularen Ebene bis zum Ökosystem
In der Vergangenheit hat sich die Biologin auf die molekulare Ebene konzentriert. Künftig möchte sie ihre Versuche auch auf andere Größenskalen ausdehnen und zum Beispiel das Verhalten von Wasserorganismen in sogenannten Mesokosmen untersuchen, also großen Wassertanks, in denen sich ein Ausschnitt des Ökosystems unter kontrollierten Bedingungen beobachten lässt. Außerdem geht es bei diesen Versuchen um Räuber-Beute-Dynamiken und darum, was es für die Produktion eines Ökosystems bedeutet, wenn es zu Veränderungen in der Nahrungskette kommt.
In Bochum gibt es ein tolles Netzwerk. Die Vielfalt der Fächer in der Fakultät ist faszinierend.
Linda Weiss freut sich, dass die Biologie in Bochum so breit aufgestellt ist. „Meine Arbeit hat Schnittstellen in die Pflanzenforschung, Neurowissenschaft oder Biodiversitätsforschung“, erklärt sie. „In Bochum gibt es ein tolles Netzwerk. Die Vielfalt der Fächer in der Fakultät ist faszinierend.“
Über das Career-Track-Programm zur Professur
Die Forscherin kennt sich an der Ruhr-Universität bestens aus. Seit 2016 ist sie hier als Wissenschaftlerin tätig. Über das Career-Track-Programm erhielt sie das Angebot einer Professur – und schlug dafür eine Gruppenleiterstelle an einem Forschungsinstitut aus.
RUB Career Track
Voller Tatendrang blickt Weiss nicht nur auf ihre künftigen Forschungspläne, sondern auch auf die Lehre. „In Zeiten des Biodiversitätsverlusts ist die Ausbildung der Studierenden in diesem Fach besonders wichtig“, sagt sie und hebt ein spezielles Angebot hervor: den Masterstudiengang Biodiversität, den die Ruhr-Universität Bochum gemeinsam mit der Universität Duisburg-Essen ausrichtet. „Diesen Studiengang mitzugestalten, macht mir viel Spaß“, sagt Linda Weiss.