Datenreihe Neu ernannt

Linda Weiss ist neu ernannte Professorin für Global Change Ecology.

© Michael Schwettmann

Biologie

Linda Weiss erforscht Räuber-Beute-Beziehungen unter Stress

Der Klimawandel und andere menschliche Einflüsse stören die Wechselbeziehungen im Ökosystem. Wie sich das auf Süßwasser-Organismen auswirkt, möchte die neu ernannte Professorin herausfinden.

Der Klimawandel setzt unser Ökosystem unter Druck. Steigende Temperaturen und höhere CO2-Werte setzen vielen Tieren zu. Was die globalen Veränderungen für wirbellose Raub- und Beutetiere im Süßwasser bedeuten, interessiert Prof. Dr. Linda Weiss. Die neu ernannte Professorin für Global Change Ecology verstärkt seit dem 1. Januar 2026 die Fakultät für Biologie und Biotechnologie der Ruhr-Universität Bochum.

Veränderte Umweltbedingungen bedeuten häufig Stress für Tiere. Dabei geht es nicht nur um höhere Temperaturen und einen höheren CO2-Gehalt, sondern auch um den Eintrag von Stoffen durch den Menschen in die Gewässer – zum Beispiel Salz vom winterlichen Streudienst, Arzneimittel-Rückstände oder Ewigkeits-Chemikalien wie PFAS, die durch Kläranlagen nicht vollständig entfernt werden. Wie Organismen darauf reagieren und wie die Veränderungen die Wechselwirkungen von Räuber und Beute stören, erforscht Linda Weiss.

Von der molekularen Ebene bis zum Ökosystem

In der Vergangenheit hat sich die Biologin auf die molekulare Ebene konzentriert. Künftig möchte sie ihre Versuche auch auf andere Größenskalen ausdehnen und zum Beispiel das Verhalten von Wasserorganismen in sogenannten Mesokosmen untersuchen, also großen Wassertanks, in denen sich ein Ausschnitt des Ökosystems unter kontrollierten Bedingungen beobachten lässt. Außerdem geht es bei diesen Versuchen um Räuber-Beute-Dynamiken und darum, was es für die Produktion eines Ökosystems bedeutet, wenn es zu Veränderungen in der Nahrungskette kommt.

In Bochum gibt es ein tolles Netzwerk. Die Vielfalt der Fächer in der Fakultät ist faszinierend.

— Linda Weiss

Linda Weiss freut sich, dass die Biologie in Bochum so breit aufgestellt ist. „Meine Arbeit hat Schnittstellen in die Pflanzenforschung, Neurowissenschaft oder Biodiversitätsforschung“, erklärt sie. „In Bochum gibt es ein tolles Netzwerk. Die Vielfalt der Fächer in der Fakultät ist faszinierend.“

Über das Career-Track-Programm zur Professur
Die Forscherin kennt sich an der Ruhr-Universität bestens aus. Seit 2016 ist sie hier als Wissenschaftlerin tätig. Über das Career-Track-Programm erhielt sie das Angebot einer Professur – und schlug dafür eine Gruppenleiterstelle an einem Forschungsinstitut aus.

RUB Career Track

Der Career Track bietet an der Ruhr-Universität Bochum eine Alternative zum klassischen Berufungsverfahren: Wer in seiner Disziplin Herausragendes leistet, kann von der eigenen Fakultät für eine Professur vorgeschlagen werden. So schafft die Uni Möglichkeiten, um in Bochum ausgebildete Talente zu halten.

Voller Tatendrang blickt Weiss nicht nur auf ihre künftigen Forschungspläne, sondern auch auf die Lehre. „In Zeiten des Biodiversitätsverlusts ist die Ausbildung der Studierenden in diesem Fach besonders wichtig“, sagt sie und hebt ein spezielles Angebot hervor: den Masterstudiengang Biodiversität, den die Ruhr-Universität Bochum gemeinsam mit der Universität Duisburg-Essen ausrichtet. „Diesen Studiengang mitzugestalten, macht mir viel Spaß“, sagt Linda Weiss.

Zur Person
  • 2007: Diplom-Abschluss Biologie, Ruhr-Universität Bochum
  • 2008 bis 2011: Promotion, International Graduate School of Neuroscience, Ruhr-Universität Bochum
  • 2011: Forschungsaufenthalt, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • 2011 bis 2012: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Ruhr-Universität Bochum
  • 2012 bis 2013: Anstellung am Bundesinstitut für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
  • 2013 bis 2014: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Ruhr-Universität Bochum
  • 2014 bis 2016: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, University of Birmingham, UK
  • 2016 bis 2025: Gruppenleiterin am Lehrstuhl für Evolutionsökologie und Biodiversität der Tiere, Ruhr-Universität Bochum
  • 2021: Walther-Arndt-Forschungspreis der Deutschen Zoologischen Gesellschaft
  • 2022: Habilitation in Zoologie und Ökologie, Ruhr-Universität Bochum
  • Seit 2026: Professur für Global Change Ecology, Fakultät für Biologie und Biotechnologie, Ruhr-Universität Bochum

Veröffentlicht

Montag
05. Januar 2026
09:44 Uhr

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