Was hält ein Schnürsenkel wohl aus, bevor er reißt? Das können die Schülerinnen und Schüler ausprobieren.
Ausstellung
Materialforschung mal selbst versuchen
Neun Versuchsstände stehen für Schulklassen zum Ausprobieren der Techniken zur Verfügung.
Wie viel Zug hält ein Schnürsenkel aus, bevor er zerreißt? Schwer zu schätzen, aber einfach auszuprobieren: Der Zugversuch ist eine von neun Mitmachstationen einer Ausstellung, die in der Materialforschung der Ruhr-Universität Bochum zur Verfügung steht. Nach kurzer Anleitung können Schülerinnen und Schüler hier selbst ausprobieren, was Forschende sonst tun. Lehrkräfte in Chemie und Physik sind herzlich eingeladen, sich mit ihren Oberstufenkursen anzumelden.
Die Ausstellung bietet unter anderem Versuchsstände für Wärmetransport, Formgedächtnismaterialien, Ferritgehaltmessung, Mikroskopie und Röntgenspektrometrie. Sie wurden 2008 erstmals aufgebaut, auf Initiative von Prof. Dr. Michael Pohl und unterstützt durch die Krupp-Stiftung und die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde. Lange Zeit standen sie im Alfried-Krupp-Schülerlabor, dann wurden sie als Dauerleihgabe in eine Ausstellung nach Leipzig gegeben und schließlich nur noch wenig genutzt. „Das war zu schade“, sagt Prof. Dr. Sebastian Weber, Professor für Werkstofftechnik an der Ruhr-Universität Bochum, und holte die Exponate zurück nach Bochum. Generalüberholt, modernisiert und technisch erneuert sind sie nun wieder wie neu.
Im Rahmen der diesjährigen Summer School Materialwissenschaft wurden sie in einer der Werkhallen der RUB wieder in Betrieb genommen. „Alles, was man anfasst, ist irgendwie ein Werkstoff“, sagte Dr. Stefan Klein, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Materialforschung, die die Renovierung unterstützt hat, „Werkstoffe bescheren uns sogar die Energiewende.“ Grund genug also, seiner Neugier mal freien Lauf zu lassen.