Bei der Abschlussveranstaltung am 9. Februar überreichten Dr. Stephanie Heimgartner (links) und Prof. Dr. Kornelia Freitag, Prorektorin für Lehre und Studium (Mitte), Studentin Julia Neubert ihr Digital-Humanities-Zertifikat. Neubert zählt zu den ersten sechs Absolventinnen.

© Heßling

Digitalisierung

Zertifikat Digital Humanities

Seit dem Wintersemester 25/26 können Studierende der UA-Ruhr-Universitäten das Digital-Humanities-Zertifikat erwerben. Die ersten sechs nahmen nun ihr Zertifikat entgegen.

Digitale Methoden und Tools sind aus der Forschung in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften nicht mehr wegzudenken. Um auch Studierenden Einblicke in die vielfältigen Anwendungsbereiche der Digital Humanities, kurz DH, zu ermöglichen, ihnen Herangehensweisen und Werkzeuge zugänglich zu machen, haben Lehrende aller drei UA-Ruhr-Universitäten ein Studienangebot entwickelt, das schwerpunktmäßig den Einsatz digitaler Methoden in den Blick nimmt. Seit dem Wintersemester können Studierende an allen drei Standorten der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) das Digital-Humanities-Zertifikat erwerben.  

Das Zertifikat

„Das Zertifikat bietet unseren Studierenden die Möglichkeit, ihre digitalen Kenntnisse nachzuweisen und sich damit vielfältigere Berufschancen in Forschung, Kultur, Politik, NGOs oder der freien Wirtschaft zu erschließen“, so die Projektleitenden Prof. Dr. Cornelia Weins, Dr. Stephanie Heimgartner und Sebastian Jeworutzki. „Das Zertifikat führt umfassend in die Digital Humanities ein und ermöglicht es, grundlegende digitale Methoden selbstständig auf fachwissenschaftliche Fragen anzuwenden“, so das Team weiter. Zudem vermittele es einen verantwortungsvollen Umgang mit Daten und Datenquellen.

Aufbau und Inhalte

Das Zertifikat besteht aus drei Bereichen: „Data Literacy“ (5 ECTS), „DH-Methoden“ (5 ECTS) und „DH-Anwendung“ (5 ECTS), die im eigenen Fachstudium oder im Optionalbereich belegt und angerechnet werden können. In einem fächerübergreifenden Abschlusskolloquium stellen die Studierenden am Ende ihre eigenen DH-Projekte und Ergebnisse vor.
 

UA-Ruhr-weites Programm

Das Zertifikat wird Studierenden aller drei UA-Ruhr-Universitäten hochschulübergreifend angeboten. „Die Kolleg*innen aus Dortmund, Duisburg-Essen und Bochum haben fach- und standortübergreifende Konzepte für die Verankerung der Digital Humanities in den Studienprogrammen aller drei Universitäten entwickelt. Das schafft neue, attraktive Angebote für Studierende und vernetzt Lehre und Forschung über die drei Universitäten hinweg“, betont Prof. Dr. Kornelia Freitag, Prorektorin für Lehre und Studium an der Ruhr-Universität Bochum.

Schwerpunkte in Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen

Die Bochumer Module adressieren die Förderung basaler DH-Kompetenzen, insbesondere Data Mining, Textannotation und Korpusanalyse. An der TU Dortmund wird der Schwerpunkt auf den Teilbereich der „Algorithmic Literacy“ gelegt: Wie wirken sich Algorithmen auf die Gesellschaft aus? Die Universität Duisburg-Essen widmet sich der Einführung digitaler Methoden der germanistischen Linguistik mit besonderem Fokus auf die texttechnologische Aufbereitung und Auswertung von Korpora, Metadaten, linguistische Annotationen, digitale Texteditionen und korpuslinguistische Forschung. Daneben entsteht ein fachübergreifender Selbstlernkurs.
 

Erste Absolvierende

Bei der Abschlussveranstaltung am 9. Februar stellten die ersten teilnehmenden Studentinnen und Studenten ihre Projekte vor und bekamen anschließend ihr Zertifikat überreicht. Geraldine Baumann (2-Fach-Master Germanistik und Anglistik) ist eine von ihnen. In ihrem Projekt hat sich die Studentin angeschaut, wie Überzeugungstechniken in deutschen Nachrichtenartikeln automatisch erkannt werden können. „Dafür habe ich ein bekanntes Sprachmodell namens RoBERTa auf passenden Daten weitertrainiert und zu einem Klassifizierungsmodell ausgebaut, welches zwischen Textteilen mit und ohne Überzeugungstechniken unterscheiden kann“, so Baumann. 

Ich würde das Zertifikat jedem empfehlen, der sich für verschiedene zukunftsfähige digitale Methoden interessiert und seine eigenen Fähigkeiten ausbauen möchte.

— Geraldine Baumann

Besonders spannend war es für sie, mehr über die inneren Prozesse von Sprachmodellen zu erfahren. „Durch Veranstaltungen im Rahmen des Zertifikats habe ich die nötigen Fähigkeiten erlernt, auch mit großen Datensätzen zu arbeiten, die eine Person alleine nie auswerten könnte. Ich würde das Zertifikat jedem empfehlen, der sich für verschiedene zukunftsfähige digitale Methoden interessiert und seine eigenen Fähigkeiten ausbauen möchte. Mir hat es so viel Freude bereitet, dass ich mittlerweile in einem computerlinguistischen Forschungsprojekt an einem Promotionsvorhaben arbeite.“

Weitere Informationen

Veröffentlicht

Dienstag
10. Februar 2026
13:01 Uhr

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