Die teilnehmenden Studierenden des Moduls „Anthropology of Humanitarian Action“ (im Bild) haben mit ihren Projektideen die Erwartungen der Projektleitenden weit übertroffen.
Praxisnah studieren
Learning by Doing
Studierende des NOHA-Masterstudiengangs entwickeln gemeinsam mit humanitären Organisationen Lösungen für Flüchtlinge, Asylsuchende und Migranten in Deutschland.
Welche Erfahrungen machen Geflüchtete und Asylsuchende in Deutschland? Wie kann man ihnen ganz praktisch helfen? Im Studiengang International Humanitarian Action (NOHA) arbeiten Studierende bereits ab dem ersten Semester mit humanitären Organisationen zusammen, um gemeinsam Lösungen für Flüchtlinge, Asylsuchende und Migranten zu finden. In enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Westfalen-Lippe und dem Verbund der sozial-kulturellen Migrantenvereine in Dortmund (VMDO) sind im Wintersemester 2025/26 im Modul „Anthropology of Humanitarian Action“ vier besonders bemerkenswerte Ideen entstanden:
- Eine mehrsprachige digitale Storytelling-Plattform, die persönliche Geschichten mit praktischen Informationen verknüpft und so den interkulturellen Dialog zwischen Migrantengemeinschaften und Flüchtlingen fördern und stärken soll.
- Maßnahmen, die die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit des VMDO (dabei.digital) verbessern. Dazu zählen ein verständlicheres Online-Anmeldesystem, ein mobiler Kommunikationskanal und rotierende Workshop-Zeitpläne.
- Eine benutzerfreundliche Broschüre mit dem Titel „Tipps und Tricks für das Leben in Deutschland”, in der Informationen für Neuankömmlinge aufgelistet werden, sowie ein Fragebogen für Mitarbeitende in Notunterkünften, der ihnen dabei helfen soll, Stresssymptome bei Bewohnern zu identifizieren und maßgeschneiderte Unterstützung anbieten zu können.
- Ein mehrstufiges, kulturell angepasstes Screening-Modell, das frühzeitig den Schutzbedarf im Bereich der psychischen Gesundheit bei neu angekommenen Flüchtlingen auf ethische, kultursensible und operativ realistische Weise ermittelt.
Challenge-Based Learning
Die vier Ideen wurden im Rahmen eines sogenannten Challenge-Based Learning (CBL)-Formats entwickelt. „Das Format hat uns ein besseres Verständnis für die zahlreichen Herausforderungen vermittelt, denen Asylsuchende gegenüberstehen”, erzählt einer der Teilnehmenden und meint etwa den erschwerten Zugang zu digitalen Angeboten, zu Informationen, zum Austausch mit Gleichgesinnten. So fanden die Studierenden im Gespräch mit lokalen Hilfsorganisationen heraus, dass bestimmte Kommunikationswege per E-Mail, starre Werbeformate oder die unterschiedlichen Formen der Informationsvermittlung viele Teilnehmer indirekt ausschließen.
Förderung
Sie lernten überdies, mit welchen Stressfaktoren Asylsuchende und Flüchtlinge sich in Notunterkünften konfrontiert sehen. Den Studierenden hat vor allem der Austausch mit den lokalen Organisationen gefallen; er habe ihnen die Themen Flucht und Migration greifbarer werden lassen: „Wir haben ein viel breiteres Verständnis für humanitäre Arbeit der Organisationen vor Ort sowie in Forschungspraktiken erhalten.“
Die Studierenden haben tolle Arbeit geleistet!
Die Studierenden bezogen in ihren Arbeiten darüber hinaus viele weitere lokale Akteure mit ein. Die Projektleiterinnen – NOHA-Direktorin Dr. Mareike Meis, Dr. Mais Masadeh und Dr. Katharina Behmer-Prinz – zeigen sich von diesem hohen Maß an praktischem Engagement sehr beeindruckt: „Die Studierenden haben tolle Arbeit geleistet! Unsere Partner waren begeistert von den innovativen und anwendungsorientierten Ergebnissen. Gemeinsam wollen wir auch im nächsten Jahr das Projekt fortführen. CBL stärkt nicht nur unsere Partnerschaften mit humanitären Organisationen. Es bringt Wissen und Praxis einmal mehr zusammen.“