Ministerin Ina Brandes (2. von rechts) übergab den Förderbescheid an Dr. Peter Salden (rechts), Martin Bovermann (links) und Prof. Dr. Malte Persike (2. von links), das Leitungsteam des KI:Expertisezentrum.nrw.
KI:Expertisezentrum.nrw
KI-Einsatz in Forschung und Lehre gemeinsam gestalten
Mit der Übergabe des Förderbescheids durch NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes (MdL) bei der Learning AID fiel der offizielle Startschuss für das KI:Expertisezentrum.nrw.
Künstliche Intelligenz hat in den vergangenen Jahren alle Bereiche des Lebens durchdrungen, schneller als viele gedacht hatten. Forschung und Lehre sind da keine Ausnahme und mit allen Vor- und Nachteilen dieser Entwicklung konfrontiert. „KI-Kompetenz, -Applikationen und -Hardware können wir nur gemeinsam nachhaltig entwickeln“, sagte Prof. Dr. Kornelia Freitag bei der Learning AID, der Tagung für Learning Analytics, Artificial Intelligence und Data Mining in der Hochschulbildung. Genau das ist Ziel des KI:Expertisezentrum.nrw. Am 1. September 2026 übereichte NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes im Rahmen der Tagung den Förderbescheid an das Projektteam. „Die Herausforderungen, die mit KI in Forschung und Lehre einhergehen sind so groß, dass wir sie nur gemeinsam im Verbund aller Hochschulen lösen können. Mit der Digitalen Hochschule NRW und dem KI:Expertisezentrum.nrw sind unsere Universitäten, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sowie die Kunst- und Musikhochschulen hervorragend aufgestellt, das riesige Potenzial Künstlicher Intelligenz für Forschung und Lehre zu heben. Als Land Nordrhein-Westfalen investieren wir in die wichtigen Zukunftsthemen auch, um ein Gegengewicht zu Staaten und Großkonzernen zu schaffen, die unsere Werte nicht teilen“, sagte sie.
Das KI:Expertisezentrum.nrw setzt die Arbeit von drei erfolgreich beendeten Vorgängerprojekten lückenlos fort. In drei Themenfeldern bündeln die über 40 Projektbeteiligten ihre Fachkenntnis zu Kompetenzentwicklung, Apps und Hardware. Ziel ist es, Hochschulangehörige aus Forschung, Lehre und Verwaltung dazu zu befähigen, KI verantwortungsvoll und effizient zu nutzen, die Community einzubinden bei der Entwicklung von Anwendungen und eine souveräne digitale Infrastruktur aufzubauen.
Mehrwert ist schon greifbar
Zwar ist das Projekt noch in der Startphase, doch schon jetzt wird der Mehrwert für die NRW-Hochschulen in allen Projektbereichen deutlich. Ein an die überarbeitete KI-Verordnung der Europäischen Union angepasstes Rechtsgutachten wird in Kürze veröffentlicht und gibt Hochschulen Orientierung zum Rechtsrahmen der KI-Transformation. Im Wintersemester wird es diverse Fortbildungsangebote geben, und mit Hochdruck wird an neuen Funktionen des Portals KI:connect gearbeitet, über das die Beschäftigten und Studierenden in den Hochschulen KI-Sprachmodelle im Alltag nutzen können. Mehrere Sprachmodelle sind schon unabhängig von kommerziellen Dienstleistern auf Servern der Universität zu Köln und der RWTH Aachen durch die Hochschulen nutzbar. Ab Wintersemester 2026/27 wird es möglich sein, über die Inferenz-Infrastruktur im KI:Expertisezentrum.nrw Audiodateien, wie zum Beispiel Vorlesungsaufzeichnungen, zu transkribieren. Auch der umgekehrte Weg, also die Synthese von Texten zu Audiodateien, ist in Arbeit. Für beide Aufgaben kommen hochschulsouverän betriebene, multilinguale Modelle zum Einsatz, um ein möglichst breites Anwendungsspektrum in Studium, Lehre, Forschung und Verwaltung abzudecken.
Bei einer Podiumsdiskussion erörterten Ministerin Ina Brandes, Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl, HRK-Vizepräsidentin für Hochschulsystem und Organisation, und Prof. Dr. Roger Erb, Vorstand der Stiftung Innovation in der Hochschullehre Fragen rund um die Nutzung von KI im Hochschulbetrieb.
Ministerin Brandes zeigte sich mit der Entwicklung sehr zufrieden und verwies auf ein aktuelles Papier des Wissenschaftsrats, in dem die von den Vorgängerprojekten erarbeitete und nun in Umsetzung befindliche NRW-Landesstrategie für KI an Hochschulen als „beispielgebend“ gewürdigt wurde. Auf der Agenda stehe nun eine Vertiefung der bundesweiten Zusammenarbeit, wozu auch die Learning AID-Tagung beiträgt. Sie gilt im deutschsprachigen Hochschulraum als jährliches „Gipfeltreffen“ zu KI in der Hochschulbildung. 350 Teilnehmende aus allen Bundesländern besuchten die Tagung am 1. und 2. September 2026 an der Ruhr-Universität.