Das Gründungsteam (von links): RUB-Alumnus Julian Labensberg, RUB-Studentin Christina Krebs und RUB-Alumnus Thomas Krebs.
Start-ups
RUB-Alumni entwickeln KI-basierte, gamifizierte Mathe-Lern-App
Für ihre Idee haben die Gründer Fördermittel in Höhe von 250.000 Euro einwerben können.
„Es hapert an der Motivation und am Rechenweg“, stellten die ehemaligen RUB-Studenten Thomas Krebs und Julian Labensberg fest, als sie als Mathe-Tutoren die Klausuren von Erstsemester-Studierenden korrigierten. „Uns war vorher nicht bewusst, wie groß die Probleme sind.“ Schnell stand für sie fest, dass sie gegen die hohen Durchfallquoten etwas tun wollten. Nach Abschluss ihres Masters in Management und Economics gründeten Krebs und Labensberg im Januar 2025 die easypisy GmbH. Im April stellten sie Studierenden einen Online-Mathe-Kurs zur Verfügung. „Das war die Initialzündung. Unser Plan war aber immer, uns an den Schulmarkt heranzuwagen. Wir wollten eine Lösung entwickeln, die mathematische Kompetenzen kinder- und jugendgerecht vermittelt, von der fünften bis zur dreizehnten Jahrgangsstufe“, so die Gründer. Aus ihren Vorerfahrungen als Tutoren wussten sie: „Gamification ist der Schlüssel, um einfach am Ball zu bleiben.“ Und so wurde die Idee vom Mathespiel Mathopia geboren.
Die Idee von Mathopia
In der Welt von Mathopia führen feste Charaktere die Spieler durch Lerneinheiten. Pro Jahrgangsstufe gibt es eine Lernwelt mit Aufgaben, die man bearbeiten muss. Das Besondere: Nicht allein das Ergebnis zählt! „In das Spiel haben wir eine KI-Schrifterkennung eingebaut. Die Schüler schreiben handschriftlich ihre Rechnung auf. Und die wird bewertet“, betont Krebs. Fortschritte, die visuell durch Streaks oder Coins abgebildet werden, sollen zusätzlich motivieren.
Künftig soll zudem das Energielevel eines Charakters anzeigen, wie gut man mit einem Themengebiet vorankommt. „Wir wollen im Hintergrund eine KI laufen lassen, die ständig das Kompetenzprofil anpasst und eine auf den User-abgestimmte Aufgabe findet, die weder zu einfach noch zu schwer ist“, erläutert Labensberg die Idee. Außerdem soll es künftig auch noch einen freien Bereich geben, in dem Themen vertieft, Probeklausuren geschrieben und Hausaufgaben aus der Schule bearbeitet werden können. „Der Schüler bekommt einen KI-Tutor an die Hand, mit dem er chatten und Schwierigkeiten besprechen kann“, so der Plan der beiden Gründer.
Die nächsten Schritte
Aktuell arbeiten die beiden auf Hochtouren an der Entwicklung der Lernwelt für die fünfte Klasse. Dafür haben sie im vergangenen Jahr 140.000 Euro von der Film- und Medienstiftung NRW bewilligt bekommen. „Wir haben nun neun Monate Zeit, um die Version zu bauen. Wir sind mitten in der konzeptionellen Planung. Gerade wird das Spiel designed, danach geht es in die Entwicklung“, so die Gründer. Hinter dem „Wir“ stehen mittlerweile auch ihre zwei Mitgründer Christina Krebs und Simon Streit sowie ein Team an Programmierern, Game-Developern und KI-Spezialisten.
Beta-User gesucht!
Beta-User gesucht!
Langfristig wollen die RUB-Alumni ein Onlinetool mit einer durchgängigen Story von der fünften bis zur dreizehnten Jahrgangsstufe entwickeln, das nicht nur Schülerinnen und Schüler in NRW, sondern deutschlandweit zur Verfügung steht.
Unterstützung an der Ruhr-Universität groß
Ohne die vielfältige Unterstützung an der Ruhr-Universität sei ihr Vorhaben nicht möglich geworden, betonen Krebs und Labensberg immer wieder. „Ohne die tolle Unterstützung durch die WORLDFACTORY wäre es nicht gegangen. Wir sind für die Beratung, die Kontakte zu Anwälten, zur Bochumer Wirtschaftsentwicklung, zu Marketing- und Vertriebsspezialisten sehr dankbar. Und für die Räumlichkeiten im RUB Makerspace. Wir waren da fast zwei Monate und haben dort 40 Stunden Videomaterial geschnitten. Ein toller Ort und ein tolles Team, das uns immer herzlich willkommen geheißen hat. Herzlich bedanken wollen wir uns auch bei Prof. Dr. Jan Wieseke und seinem Lehrstuhl, dem Sales Management Department, für das Mentoring während des gesamten Gründungsprozesses.“
Förderung
Ihr Tipp für andere Gründungsinteressierte? „Nehmt frühzeitig Kontakt zur WORLDFACTORY auf. Man denkt am Anfang, man sei für alles – das Technische, Rechtliche, Wirtschaftliche, Marketing, Finanzierung – allein verantwortlich. Aber das stimmt nicht. Man braucht ein Netzwerk und die WORLDFACTORY und diese große Uni helfen einem dabei, die Personen dafür zu finden.“
Lust zu gründen?
Lust zu gründen?