Der Forschungsbau THINK wird 2027 eröffnet.
Forschungsbau THINK
Rechenpower für die Neurowissenschaft
Das High-Performance-Computing-Cluster an der RUB wird erweitert. Die hinzukommende Rechenleistung steht primär der Kognitions- und Neurowissenschaft zur Verfügung. Aber auch andere Bereiche können davon profitieren.
Mit dem Forschungsbau THINK bekommt die Theoretische und Integrative Neuro- und Kognitionswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum im Herbst 2026 ein neues Zuhause. Rund 2 Millionen Euro des Budgets fließen dabei in die Infrastruktur eines Hochleistungsrechners: Speziell für THINK wurde ein High-Performance-Computing (HPC)-Cluster angeschafft, das an den bereits bestehenden HPC-Cluster „Elysium“ angebunden wird. Die Rechenpower für den Forschungsbau wird somit zentral im Datacenter der Ruhr-Universität bereitgestellt.
Forschungsbau THINK
Dass das HPC-Cluster des Forschungsbaus einen zentralen Standort bekommen hat, hat Vorteile: „Sollte das THINK-Team die Rechenkapazität nicht voll ausschöpfen, kommen die ungenutzten Kapazitäten der Gesamtheit des Campus zugute“, sagt Dr. Nina Winter, Leiterin der Research Data Services an der Ruhr-Universität Bochum. „Dieses Konstrukt ist im Sinne des NRW-weiten HPC-Konzepts.“
Das High-Performance-Computing-Cluster „Elysium“ wurde im Dezember 2024 an der Ruhr-Universität Bochum eingeweiht.
Durch die THINK-Erweiterung steigt die Rechenleistung von Elysium um 16 Prozent; die Speicherkapazität erhöht sich um Faktor 2,7. Die Infrastruktur ist bereits Ende Mai 2026 in Betrieb gegangen.
Geplante Forschungsvorhaben
Mit dem HPC-Cluster wird das THINK-Team in der Lage sein, hochkomplexe Daten in Echtzeit zu analysieren und zu visualisieren. Beispielsweise können Magnetresonanztomografie-Daten schon beim Erheben mithilfe von fortgeschrittenen und rechenintensiven Algorithmen rekonstruiert werden, um die Konsistenz und Qualität der Daten zu überprüfen.
Zudem wollen die Forschenden die Rolle von anatomischen, physiologischen und Netzwerkeigenschaften des Gehirns in kognitiven Prozessen mit Computersimulationen untersuchen. Dabei simulieren sie sowohl einzelne Neuronen im Detail als auch große Netzwerke von abstrakt repräsentierten Neuronen. Auf gängigen PCs oder Workstations wären solche Vorgänge nicht oder nur schwer ausführbar.
Mit dem HPC-Cluster kann das THINK-Team zudem moderne Methoden des maschinellen Lernens für die Modellierung und Datenanalyse verwenden. Damit möchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beispielsweise in der Virtuellen Realität untersuchen, wie Navigationsverhalten gelernt wird.